80. Jahrestagung – Die Rolle der Arbeit

22.-24. September 2023
Hotel Kaiserhof, Münster

Wie motiviert man sich zur Arbeit? Diese Frage ließ Janosch seinen Lebenskünstler Wondrak im ZEIT-Magazin 35/2015 beantworten: „Wondrak nimmt die Macht des Schicksals zu Hilfe: Er würfelt. Wenn es eine Eins gibt, muss er nicht anfangen zu arbeiten. Manchmal dauert es Stunden, bis er eine Eins würfelt.“. Er kann es sich leisten. Wondrak kommt immer zurecht.
Im wirklichen Leben ist es komplizierter. Für reiche Menschen hat Arbeit eine andere Bedeutung als für solche, die auf ihren Lohn angewiesen sind. Aber auch darüber hinaus ist die persönliche Situation wichtig: Bereitet mir die Arbeit Freude und Befriedigung oder erlebe ich sie als drückende Belastung? Wie passen die Anforderungen der Arbeit zu meiner familiären Situation? Wie leistungsorientiert bin ich? Verdiene ich genug? Kann ich mein Tun selbst steuern, oder bin ich nur ein Rädchen im Getriebe? Wie komme ich mit meinen Vorgesetzten und Kollegen zurecht? Wie sicher ist mein Arbeitsplatz, und welche Perspektiven bietet er? Darf ich die Arbeit tun, zu der ich motiviert und befähigt bin?

Seit der industriellen Revolution verändert sich die Arbeitswelt immer schneller. Digitalisierung und Globalisierung, aber auch gesetzliche Rahmenbedingungen und kultureller Wandel haben diesen Prozess massiv beschleunigt. Es kommt zu wachsenden Anforderungen an die Arbeitskräfte. Selbstdisziplin als steuernder Faktor gewinnt an Bedeutung. Es kommt zu Umbrüchen am Arbeitsmarkt. Der Zusammenhang von Arbeit und Ungleichheit verschiebt sich. Aber auch die Ansprüche der Arbeitnehmer verändern sich. Work-Life-Balance wird zum neuen Trend, während der demografische Wandel zum Mangel an Arbeitskräften führt.
Nehmen Sie teil an einer intensiven, interdisziplinären Diskussion zu dem facettenreichen Thema „Die Rolle der Arbeit“.

Siegfried Kreibe, Vorsitzender der Interdisziplinären Studiengesellschaft

Programm

FREITAG 22. September

14:00 Tagungseröffnung
Dr. Siegfried Kreibe, 1. Vorsitzender
der Interdisziplinären Studiengesellschaft

14:30 Herausforderungen am Arbeitsmarkt
Christiane Schönefeld, Juristin, ehemals
Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit

15:45 Kaffeepause

16:15 Arbeit und Ungleichheit in Deutschland –
Ursachen, Folgen und Handlungsmöglichkeiten

Prof. Dr. Gerhard Bosch, Universität Duisburg-Essen

17:30 Ende der Sitzung, anschließend Mitgliederversammlung

SAMSTAG 23. September

9:30 Eine kleine Sozialgeschichte menschlicher Arbeit
Prof. Dr. Michael S. Aßländer, apl. Professur für
Wirtschaftsethik, Technische Universität Dresden –
Internationales Hochschulinstitut Zittau

10:45 Kaffeepause

11:00 „Gouvernementalität“ – von der Unterdrückung-
macht zur Selbstdisziplin in der Arbeitswelt

Dr. Dr. Achim Würker, StD i.R.,
Freier Wissenschaftler, Reinheim

12:15 Mittagspause

14:00 „Ist das Arbeit?“ Die Realität des Berufskünstlers
Nikos W. Dettmer, bildender Künstler: Bronzen –
Feinmalerei – Originalgrafik, Präsident der
Münchener Künstlergenossenschaft kgl. priv. 1868

15:15 Kaffeepause

15:45 Work-Life-Balance – Reflektionen eines
Unternehmensführers

Prof. Ulrich Lehner, Wirtschaftsingenieur und
Finanzexperte, ehemals Vorstands- und Aufsichts- ratsmitglied in mehreren Konzernunternehmen

17:00 Ende der Sitzung, ab 19:00 Uhr Gesellschaftsabend

Sonntag, 24. September

10:00 Macht Arbeit krank? Macht Arbeit gesund? –
Ergebnisse empirischer Studien

Gabriela Engelhardt, Diplommathematikerin und
Psychologin, Berlin

11:15 Kaffeepause

11:30 Bürokratische Barrieren – Lebenswege in den
Händen der Behörden

Sandra De Kock, Sprachwissenschaftlerin,
Katholische Erwachsenenbildung Osnabrück

12:45 Ende der Tagung

Referentinnen und Referenten

Christiane Schönefeld

Ehemaliges Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit;1976 –1986 Studium der Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln, 2.Staatsexamen; 1986 –1995 verschiedene Positionen innerhalb der Bundesanstalt für Arbeit; 1995 –1999 Direktorin des Arbeitsamtes Duisburg;1999 –2004 Vizepräsidentin des Landesarbeitsamtes Nordrhein-Westfalen der
Bundesanstalt für Arbeit; 2004 –2019Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit; August 2018 –Januar 2019 Mitglied der Kommission der Bundesregierung „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“; September 2019bis September 2022 Vorstand Ressourcen der Bundesagentur für Arbeit; Derzeit Vorsitzende der Mindestlohnkommission; Mitglied des Hochschulrates der Fernuniversität Hagen

Prof. Dr. GerhardBosch

Gerhard Bosch studierte Soziologie und Volkswirtschafslehre an der Universität Köln. 1977promovierte er an der Universität Dortmund und wurde 1992 an der Universität Osnabrück habilitiert. Seine akademischen und beruflichen Stationen war die Sozialforschungsstelle Dortmund, die Universität Bielefeld und seine Tätigkeit für den Bundesvorstand des Deutschen
Gewerkschaftsbundes in Düsseldorf sowie dessen Wirtschafts-und Sozialwissenschaftliches Institut. Von 1991bis 2006 war er Vizepräsident des Institut Arbeit und Technik(IAT)im Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen in Gelsenkirchen. 1993 wurde er zum Professor an der Universität Duisburg-Essen. 2007gründete er das Institut Arbeit und Qualifikation im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen, dessen geschäftsführender Direktor er bis2016 war. Seit2026ist er Seniorprofessor an der Universität Duisburg-Essen und Research Fellow der Hans-Böckler-Stiftung.

Prof. Dr. Michael S. Aßländer

Michael S. Aßländer studierte BWL, VWL, Philosophie, Psychologie, Soziologie und Russisch. Von 2005bis 2010 war er Inhaber der die Stiftungsprofessur für Wirtschafts- und Unternehmensethik an die Universität Kassel. Seit2010ist er apl. Professor für Wirtschafts-und Unternehmensethik am Internationalen Hochschulinstitut Zittau /TUDresden.

Dr. Dr. Achim Würker

Achim Würker, Dr. Dr., Studiendirektor i.R. ,freier Wissenschaftler, Mitglied des Frankfurter Arbeitskreises für Tiefenhermeneutik und Sozialisationstheorie sowie der Kommission für Psychoanalytische Pädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft. Schüler und Mitarbeiter von Alfred Lorenzer. Arbeitsfelder: Literatur-und Filmanalyse und Psychoanalytische Pädagogik.
Aktuelle Publikationen:(2022, hrsg. zus. mitM. Dörr und G. Schmid Noerr):Zwang und Utopie das Potenzial des Unbewussten;(2022, hrsg. zus. mit H. Hierdeis)Praxisfelder der Psychoanalytischen Pädagogik;(2023) „Szenisches Verstehen“, in:J. Gstach, B. Neudecker, K. Trunkenpolz (Hrsg.): Psychoanalytische Pädagogik zwischen Theorie und Praxis; 2023)Literarisches Erleben, Selbstreflexion und pädagogische Kompetenz, in: R. Göppel, J. Gstach, M. Wininger (Hrsg):Aufwachsen zwischen Pandemie und Klimakrise. Weitere
Angaben siehe www.achim-wuerker.de

Nikos W. Dettmer

Der bildende Künstler Nikos W. Dettmer studierte ab 1979 Opernregie und Religionsphilosophie in München. Ab1883freischaffender Bronzebildhauer und Maler; 1984 Gründung einer Kunstgalerie. 1993Vorsitzender des Kunstvereins Inn-Salzach. Er ist Mitbegründer der Internationalen Giuseppe Verdi Stiftung, war Vorstandsmitglied des Paul Klinger Künstlersozialwerkes und ist seit 2014 Präsident der Münchener Künstlergenossenschaft kgl. priv. 1868. Seit40Jahren zeigt er seine Arbeiten in Ausstellungen, Galerien und Kunstmessen.

Prof. Dr. rer. pol. Ulrich Lehner

Prof. Dr. rer. pol. Ulrich Lehner ist Wirtschaftsingenieur und Finanzexperte. Nach seiner Promotion an der TU Darmstadt und Tätigkeit bei KPMG wechselte er 1981 zur Henkel KGaA, wo er von 2000bis 2008 Vorsitzender des Vorstands und anschließend bis 2022 Mitglied des Gesellschafterausschusses war. Er war Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Telekom (2008 -2022) und bei thyssenkrupp(2013 -2018) sowie Aufsichtsrats-und Beiratsmitglied in vielen weiteren Unternehmen, Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (2007 -2010) und der IHK Düsseldorf(2007 -2016). Er ist Honorarprofessor der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und seit2014 Ehrenmitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

Gabriela Engelhardt

Gabriela Engelhardt, Dipl.Math., Msc. Psych., Studium der Mathematik, Rechentechnik und ökonomischen Kybernetik an der TU Ilmenau, Studienabschluss 1982; mehr als 30JahreArbeit als Softwareentwicklerin für zahlreiche Banken und Pharmaunternehmen mit dem Schwerpunkt der strukturierten Unterstützung komplexer Entscheidungsprozesse.
Nebenberufliches Studium der Psychologie an der Fernuniversität in Hagen; Studienabschluss 2017. Veröffentlichungen zur Entwicklung von gesundheitspsychologischen Interventionen und subjektiven Krankheitsrepräsentationen. 2013-2022in Berlin Arbeit als Online-Tutorin mit
Psychologiestudierenden.

Sandra De Kock (folgt)