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77. Jahrestagung – Digitalisierung & Gemeinwohl

25. – 27. September 2020

Unkel am Rhein

Digitalisierung revolutioniert das individuelle und gesellschaftliche Leben in ähnlichem Maße wie einst die Elektrifizierung, die Dampfmaschine oder der Buchdruck. Das Internet verändert Alltagsroutinen, soziale Prozesse und Geschäftsmodelle von Grund auf. Big Data schafft die Möglichkeit, zuvor unvorstellbare Datenmengen in kurzer Zeit zu erfassen und zu verarbeiten. Algorithmen finden Zusammenhänge in der Datenflut und nehmen uns Entscheidungen ab. Künstliche Intelligenz ersetzt menschliche Routineaufgaben. Dabei ist die digitale Welt nur scheinbar etwas völlig anderes als die materielle und analoge Welt. Beide gehören zusammen.

Die großen Versprechen und unbestreitbaren Vorteile der Digitalisierung sind aber auch mit unerwünschten Folgen verbunden: mit solchen, die vorhersehbar waren und mit gänzlich unerwarteten Auswirkungen. Und auch philosophisch stellen sich neue Fragen, etwa die, wie Digitalisierung Zukunftsvorstellungen und den Umgang mit Zukunft beeinflusst.

Das Tagungsprogramm bietet eine Einführung in die Welt der Digitalisierung, eine kritische Reflexion auf übergeordneter Ebene und eine Analyse an konkreten Beispielen: Wie gehen Experten und Laien, etwa in der Medizin, mit Algorithmen um? Was bedeutet Digitalisierung für Demokratiefähigkeit? Wie wird Digitalisierung in der Marktforschung eingesetzt? Was bedeutet es, wenn Bedürfnisse und Angebote näher zusammenrücken?

Welche Möglichkeiten bietet Digitalisierung im konkreten Forschungsalltag, etwa bei der Messung der Biodiversität in Gewässern? Welche Vorteile und welche Risiken sind mit diesen und anderen Anwendungen verbunden? Und: Was bedeutet das alles für das Gemeinwohl?

Wir befinden uns inmitten eines Technologiegetriebenen Umbruchs. Lassen Sie uns in Unkel ein besseres Verständnis der Zusammenhänge und Handlungsoptionen für diese Revolution entwickeln.

Siegfried Kreibe
Vorsitzender der Interdisziplinären Studiengesellschaft

Tagungsprogramm

Freitag, 25. September

14:00 Tagungseröffnung
Dr. Siegfried Kreibe, 1. Vorsitzender der Interdisziplinären Studiengesellschaft

14:30 Digitalisierung: eine Einführung mit Schwerpunkt auf Big Data
Dr. Stephan Schöttl, IT-Consultant, München
anschl. Kaffeepause (15:45 Uhr)

16:15 Psychologische Faktoren der Wertschätzung und der Unterschätzung von Algorithmen: Experten versus Laien
Prof. Dr. Anja Achtziger, Psychologin und Dr. Julia Felfeli, Psychologin, Zeppelin Universität Friedrichshafen
17:30 Ende der Sitzung (anschließend Mitgliederversammlung)

Samstag, 26. September

9:30 Künstliche Intelligenz – was ist das eigentlich?
Prof. i. R. Dr. rer. nat. Thomas Christaller, 6. Dan Aikido Aikikai, Informatiker, Bonn
anschl. Kaffeepause (10:45 Uhr)

11:00 Digitale und analoge Welt: siamesische Zwillinge!
Dr. Toni Lerf, Chemiker, Kirchseeon
anschl. Mittagspause (12:15 Uhr)

14:00 Nicht intendierte und nicht erwartete Nebenfolgen der digitalen Transformation
Prof. Dr. em. ETH Roland W. Scholz, Mathematiker, Psychologe und Nachhaltigkeitswissenschaftler, Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), Potsdam
anschl. Kaffeepause (15:15 Uhr)

15:30 Die Zukunft der Digitalisierung. Eine philosophische Zeitdiagnose
Prof. Dr. Thomas Schmaus, Philosoph, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Alfter

17:00 Ende der Sitzung mit anschließendem Gesellschaftsabend (ab 19 Uhr)

Sonntag, 27. September

9:30 Digitalisierung in der qualitativen Markt- und Meinungsforschung: Neue bedürfnisorientierte Methoden
Patrick Pfefferkorn, Marktforscher / Politologe, Kantar GmbH, Frankfurt
anschl. Kaffeepause (10:45 Uhr)

11:30 Zooplankton im Süßwasser: Wie KI helfen kann, die Biodiversität in Gewässern zu bestimmen
Patrick Galvan Estacio, Biologe, Ludwig-Maximilians-Universität, München

12:45 Ende der Tagung

Anmeldung und Download

Referentinnen und Referenten

Dr. Stephan Schöttl

Stephan Schöttl hat an der TU München Physik studiert und am Walther-Meißner-Institut für Tieftemperaturforschung promoviert. Nach weiteren Stationen als Physiker in Berlin und London arbeitet er seit 2006 als IT-Consultant beim europäischen IT-Dienstleistungskonzern Atos in München. Dort entwickelt er kundenspezifischer Lösungen im Umfeld von High-Performance-Computing und Big-Data-Plattformen.

Prof. Dr. Anja Achtziger

Anja Achtziger beendete ihr Psychologiestudium an der TU Darmstadt im Jahr 1997. Sie erwarb den Doktortitel in Psychologie an der Universität Konstanz. Dort war sie Postdoc und Vertretungsprofessorin. 2010 wechselte sie an die Zeppelin Universität, an der sie den Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftspsychologie innehat. Sie war Gastprofessorin an der New York University Abu Dhabi 2019 – 2020.

Dr. Julia Felfeli

Julia Felfeli arbeitet als Postdoc an der Zeppelin Universität Friedrichshafen. Sie erhielt einen Abschluss in Psychologie von der Universität Tübingen (M. Sc.) und promovierte an der Zeppelin Universität im Jahr 2020 im Rahmen des durch die DFG geförderten Projektes „Psychoeconomics“. Im Jahr 2019, trat Julia dem Forschungsprojekt „Deciding about, by and together with algorithmic decision-making systems“ bei, welches von der Volkswagenstiftung finanziert wird.

Prof. i. R. Dr. rer. nat. Thomas Christaller

Nach dem Studium von Mathematik, Informatik und Physik in Marburg und Bonn promovierte Thomas Christaller an der Universität Hamburg. Bis zur Emeritierung war er Professor für Künstliche Intelligenz (KI) an der Universität Bielefeld. Von 1985 bis 1992 war er Mitherausgeber der Zeitschrift KI und von 1998 bis 2004 Mitglied im Wissenschaftsrat. Bei der GMD leitete er das Institut für autonome intelligente Systeme und war bis 2010 Leiter des Fraunhofer-Instituts für intelligente Analyse- und Informationssysteme. Er suchte in der KI vor allem den interdisziplinären Dialog. Seit 1973 widmet er sich der japanischen Kampfkunst Aikidō.

Dr. Toni Lerf

Toni Lerf studierte Chemie an der LMU in München. Nach der Promotion wurde er wissenschaftlicher Angestellter am Walther-Meißner-Institut der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Garching. 1991 folgte ein Forschungsaufenthalt an der Universität Cambridge und die Habilitation an der Fakultät für Chemie der TU München. 2003 wurde Lerf zum apl. Prof. ernannt. In den 1990er Jahren gründete er mit Soziologen der TUM eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe, die sich bis heute mit dem Verhältnis von Technik und
Gesellschaft befasst. Diese Thematik bestimmte neben dem fachspezifischen Angebot seine Lehre bis in den Ruhestand hinein.

Prof. Dr. em. ETH Roland W. Scholz

Folgt später

Prof. Dr. Thomas Schmaus

Thomas Schmaus studierte Philosophie und Theologie in München und Wien. Seit 2013 ist er Professor für philosophische Anthropologie an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter/Bonn. Ein Schwerpunkt seiner Forschung (z. B. im Tutzinger Experten-Diskurs „Big Data im Gesundheitswesen“) liegt auf der Frage nach den Konsequenzen aus der Digitalisierung für unser Verständnis vom Menschen.

Patrick Pfefferkorn

Studierte Politikwissenschaft, Religionswissenschaft und Recht an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 2011 als Marktforscher in der Privatwirtschaft tätig. 2012 ESOMAR Young Researcher of the Year. Projektleiter in der Konsumgüterforschung und Experte für technologie-getriebene qualitative Marktforschung der Kantar GmbH.

Patrick Galvan Estacio

begann nach dem Abitur das Studium im Fachbereich der allgemeinen Biologie an der LMU in München. Dabei Spezialisierung auf die aquatische Ökologie und mitwirken in einem Verbundprojekt des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und der LMU, zur Untersuchung der Auswirkung veränderter Nährstoffangebote auf das Wachstum von Renken in bayerischen Seen. Aktuell Student der Bioinformatik an der TU und LMU in München.

Anmeldung und Download

77. Jahrestagung – Allgemeine Information

Tagungstitel

Digitalisierung & Gemeinwohl
Perspektiven auf eine Revolution

Hier finden Sie das Tagungsprogramm und die Referenten/-innen.

Tagungszeitraum

25. – 27. September 2020

Tagungsort

Rheinhotel Schulz,
Vogtsgasse 4 – 7,
53572 Unkel am Rhein

Link zur Anfahrt (Google Maps)

Pkw: Hotelparkplatz und -tiefgarage für Übernachtungsgäste kostenlos

Bahn: Das Hotel liegt nur 600 m vom Bahnhof Unkel entfernt, ein Bus fährt nicht, Taxi kostet ca. 7-8 €.

Anmeldung

Senden Sie das Anmeldeformular postalisch (PDF ausdrucken) oder per E-Mail (Scan/Foto) an:
Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V.
c/o Sabine Ramakers, Johanna-Etienne-Str. 57,
41468 Neuss, Tel. 0151 / 11 65 70 44
E-Mail ramakers@arcor.de

Tagungsbüro

in Unkel ab 24.09.2020, 16 Uhr,
Mobil.: 0151 / 11 65 70 44

Tagungsgebühren

70,00 € für ISG-Mitglieder
140,00 € für Gäste
20,00 € für Schüler und Studenten
Preise für Tageskarten und weitere detaillierte Preisoptionen entnehmen Sie bitte dem Anmeldeformular (PDF)

Veranstalter

Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. (ISG)
c/o Dr. Siegfried Kreibe
Jaspersallee 35, 81245 München

Anmeldung und Download

Dr. Dieter Korczak zum Ehrenvorsitzenden ernannt

Am 20. September 2019 hat die Mitgliederversammlung Dr. Dieter Korczak zum Ehrenvorsitzenden der ISG ernannt.

Korczak studierte Soziologie und Sozialpsychologie, Volks- und Finanzwirtschaft in Köln. Seit 1985 ist er Leiter eines sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituts. Mehr als zwanzig Jahre war Korczak Vorsitzender der ISG. Wenn er in diesen zwanzig Jahren etwas nicht im Überfluss hatte, dann war es freie Zeit. Dennoch hat er über all die Jahre die Tagungen der Gesellschaft organisiert und geleitet und eine Vielzahl an organisatorischen Aufgaben übernommen. Er hat die ISG nach außen vertreten und zwanzig Buchveröffentlichungen zu ISG-Tagungen als Herausgeber verantwortet. Mit seiner gewinnenden und dabei doch stets kritischen Art hat er die Diskussionskultur der Gesellschaft wesentlich mitgeprägt. Als Dank und Anerkennung für seine Verdienste erhielt Dr. Dieter Korczak die lebenslange ISG-Ehrenvorstandschaft. Möge er ISG als weiterhin aktives und diskussionsfreudiges Mitglied noch lange erhalten bleiben.

76. Jahrestagung – Faszination und Schrecken des Andersartigen

20.-22. September 2019
Hotel Wetzlarer Hof, Wetzlar

Die allgemeinen Informationen zum Tagungsort und den Kosten finden Sie hier.

Den Flyer zum Download als PDF (400 Kbyte) finden sie hier.

Für Kinder ist der Eintritt in den Kindergarten oder die Schule ein großer Einschnitt. Schon vorher machen sie sich ein Bild davon. Die Neugierigen freuen sich darauf. Die Ängstlichen fürchten sich. Doch mit der Zeit wird ihnen die neue Umgebung mit ihren andersartigen Regeln und den fremden Menschen vertraut und meist verliert sie so ihre Fremdheit.

Um das Fremde einzuordnen, schreiben wir ihm Eigenschaften zu noch bevor wir ihm näher kommen. Dies gilt für unseren Blick auf Menschen, die andersartig aussehen. Noch viel mehr gilt es aber für Zuwanderer aus anderen Kulturräumen und ihren Blick auf die neue Lebenswelt. Bei ihrer Ankunft finden sie sich inmitten des Fremdartigen wieder. Hier hilft das gute, alte Gebot der Gastlichkeit. Es verpflichtet dazu, Fremde freundlich aufzunehmen. So wird ihnen das Ankommen erleichtert, und wir lernen sie besser kennen.

In der Annäherung erweist sich vieles als gar nicht so
fremd wie wir dachten. Die großen monotheistischen Religionen scheinen Welten zu trennen und doch haben sie vieles gemeinsam. Architektur kann Orte gestalten, die fremdartig, ja abweisend wirken und in ihrem Inneren doch ganz alltäglich sind. Auch die archäologische Genetik zeigt, dass wir das Fremde ebenso in uns tragen wie das Eigene.

Fremdheit wird aber auch bewusst aufgebaut. Die Spannung in der Literatur beruht wesentlich darauf, dass sie das Fremde in uns anspricht und Vorstellungen schafft, die uns verunsichern. Die Berichterstattung der Presse bevorzugt das Erschreckende. Durch einen Terroranschlag wird so eine ganze Stadt für uns zu einem Ort des
Entsetzens. Was keinen Schrecken verursacht, das erfahren wir meist nicht.

Wir laden Sie ein zu einer Annäherung an das Andersartige. Es mag beunruhigend sein, aber es ist allemal interessanter als das Vertraute. Und wir machen es Ihnen leicht: Die Tagungen der Interdisziplinären Studiengesellschaft sind geprägt von Offenheit gegenüber allem Neuen – und von Gastlichkeit.

Siegfried Kreibe, Vorsitzender der Interdisziplinären Studiengesellschaft

 

Wir danken der Werner und Marie-Luise Boeck-Stiftung für die großzügige Förderung der Tagung.

 

FREITAG 20.September

14:00 Tagungseröffnung
Dr. Siegfried Kreibe, 1. Vorsitzender der Interdisziplinären Studiengesellschaft

14:15 Grußwort
Manfred Wagner, Oberbürgermeister der Stadt Wetzlar

14:30 Das Eigene und das Fremde: Was haben die beiden miteinander zu tun? –  mit Ausblicken auf das Interreligiöse
Prof. Dr. Peter Stöger, Pädagoge, Universität Innsbruck

15:45 Kaffeepause

16:15 Die Reise unserer Gene: Migration und Anpassung in der Vorgeschichte
Prof. Dr. Johannes Krause, Biochemiker, Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, Jena

17:30 Ende der Sitzung (anschließend Mitgliederversammlung)

SAMSTAG 21.September

9:30 Sinti und Roma – Klischees zwischen Furcht und Attraktion
Dr. Dieter Korczak, Soziologe, Bernau bei Berlin

10:45 Kaffeepause

11:00 Die Fremdheit des Gastes – Zur Theorie der Gastlichkeit
Prof. Dr. em. Alois Wierlacher, Germanist,Universität Bayreuth/Walldorf

12:15 Mittagspause

14:00 Das fremde Deutschland – die Perspektive afrikanischer Zuwanderer
Virginia Wangare Greiner, Sozialarbeiterin,MAISHA e.V.

15:15 Kaffeepause

15:30 Bilder vom Terror – Fotografie im/als Ausnahmezustand
Dr. Bettina Lockemann, Künstlerin und Kunstwissenschaftlerin, Köln

16:45 Das Andersartige der Literatur – ein psychoanalytischer Blick auf die Verunsicherung bei der Lektüre literarischer Texte
Dr. Achim Würker, Literaturwissenschaftler, Reinheim

18:00 Ende der Sitzung.
Anschließend ab 19 Uhr Gesellschaftsabend

SONNTAG 22.September

10:00 „Fremde“ Kinder in der Schule – ein Erfahrungsbericht
Anna Kohn, Pädagogin, Moosburg

11:30 Architektur des Schreckens – von Piranesis „Carceri“ bis zur heutigen Hochhausarchitektur
Prof. em. Dipl.-Ing. Ulf Jonak, Architekt und Architekturtheoretiker, Oberursel

13:00 Ende der Tagung

 

Referenten

Univ.-Prof. Dr., Dr. h.c. Peter Stöger

lehrt Interkulturelle Schulpädagogik an der Universität Innsbruck. Publikationen: gem. mit N. Köffler, P. Steinmair-Pösel, T. Sojer (Hg.): Bildung und Liebe, Bielefeld: 2018; Martin Buber (1923) Ich und Du, in: M. Kühnlein (Hg.): Religionsphilosophie und Religionskritik. Berlin, 2018; Eingegrenzt und Ausgegrenzt, Wien, 2002; Überlegungen zur Islamophobie, in: F. Hafez (Hg.): JB Islamophobieforschung Wien, 2012; Gastvorlesungen: Drohobytch, Szombathely, Bangor, Osnabrück, Faro, Kampala, Puebla.

Prof. Dr. Johannes Krause

promovierte 2008 im Fach Genetik an der Universität Leipzig. Anschließend arbeitete er am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, bevor er eine Professur für Archäo- und Paläogenetik an der Universität Tübingen übernahm. Seit Juni 2014 ist er Direktor am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena. Seit 2017 ist er auch Direktor des Max Planck Harvard Research Centers for the Archaeoscience in the Ancient Mediterranean (MHAAM). Im November 2018 wurde er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum  Professor für Archäogenetik berufen. Zudem ist er Kollegiat der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Im Mittelpunkt der Forschung von Johannes Krause steht die Analyse von alter bis sehr alter DNA mit Hilfe der DNA-Sequenzierung. Zu seinen Forschungsgebieten zählen neben anderem Krankheitserreger aus historischen Epidemien sowie die menschliche Evolution.

Dr. rer.pol. Dieter Korczak

Studierte Soziologie und Sozialpsychologie sowie Volks- und Finanzwirtschaft in Köln. Seit 1985 ist er Leiter eines sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituts. Korczak war von 1997 bis 2017 Vorsitzender der Interdisziplinären Studiengesellschaft e.V. Er verfasste Zahlreiche Gutachten und Veröffentlichungen. Zuletzt: Sinti und Roma in der Stadt Bernau bei Berlin. Bernau 2018

Prof. Dr. Alois Wierlacher

Ist Professor a.D. für Interkulturelle Germanistik an der Universität Bayreuth, Gründer des ersten deutschen Universitätsstudiengangs für interkulturelle Germanistik, Gründer und langjähriger Hauptherausgeber des Jahrbuchs Deutsch als Fremdsprache (Intercultural German Studies) und Gründer und Ehrenmitglied der Akademie für interkulturelle Studien (Würzburg). Er ist Mitbegründer und früherer Vorsitzender der Deutschen Akademie für Kulinaristik und Gründer und langjähriges Vorstandsmitglied des Internationalen Arbeitskreises für Kulturforschung des Essens (Heidelberg). Darüber hinaus hat er vielfältige weitere Funktionen bekleidet und ist Autor zahlreicher Fachpublikationen.

Virginia Wangare-Greiner

Sie war eine der Gründerinnen und eine der ersten Vorstandsvorsitzenden von DaMigra, dem Dachverband der Migrantinnenorganisationen. Seit über 25 Jahren beschäftigt sie sich mit den Themen Menschrechte, vor allem den Rechten von Frauen und Mädchen, Frauenhandel, Migration und Integration. Sie ist Mitglied im Integrationsbeirat der Bundesregierung. Als Mitbegründerin und 1. Vorsitzende des European Network of Migrant Women (ENoMW) setzt sie sich für die Gleichberechtigung von Migrantinnen ein. Sie ist Gründerin und Geschäftsführerin des Vereins Maisha e.V. in Frankfurt am Main. Diese Selbsthilfeorganisation afrikanischer Frauen in Deutschland kooperiert mit verschiedenen Beratungszentren und medizinischen Einrichtungen. Virginia Wangare-Greiner ist 1959 in Eldoret, Kenia geboren und 1986 nach Deutschland migriert. Sie arbeitete in Nairobi mit benachteiligten Mädchen und später in ländlichen Frauenprojekten. Sie ist ausgebildete Hauswirtschaftsmeisterin, Sozialarbeiterin, hat ein Diplom in Ernährungstherapie sowie Business and Marketing. Virginia Wangare-Greiner ist die erste nichtdeutsche Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Sie erhielt 2003 den Integrationspreis der Stadt Frankfurt für ihre Arbeit bei Maisha e.V., 2010 den Gabriele Strecker Preis und 2015 den African Achievement Award 2015.

Dr. Bettina Lockemann

ist Künstlerin und Wissenschaftlerin im Feld der Fotografie. Nach einer Fotografinnenlehre studierte sie künstlerische Fotografie in Leipzig und promovierte in Kunstgeschichte an der Kunstakademie Stuttgart. Sie lehrte an zahlreichen Hochschulen, u.a. als Professorin für Praxis und Theorie der Fotografie an der Kunsthochschule in Braunschweig. Zurzeit ist sie als freiberufliche Künstlerin und Kunstwissenschaftlerin tätig mit internationalen Vorträgen und Ausstellungen.

Dr. Dr. Achim Würker

Ist Studiendirektor im Ruhestand. Er befasst sich mit dem Verständnis der unbewussten  Dynamik von gesellschaftlich-kulturellen Institutionen und Prozessen. Würker ist wissenschaftlich frei arbeitend auf den Gebieten Psychoanalytische Kulturanalyse und Tiefenhermeneutische Literatur- und Filminterpretation sowie Psychoanalytische Pädagogik. Er ist Mitglied in der Kommission Psychoanalytische Pädagogik der DGfE und im Frankfurter Arbeitskreis für Tiefenhermeneutik und Sozialisationstheorie.

Anna Kohn

studierte Germanistik, Geschichte und Sozialkunde an der LMU München. Sie legte 1978 die Prüfung in Erziehungswissenschaften ab und 1981 die für das Lehramt  an Realschulen. Kohn war zehn Jahre selbstständig tätig. Sie hat das Mastermodul in Montessori Education für Primar- und Sekundarstufe und Leitung. Von 2004 bis 2017 war sie Schulleiterin an Montessori-Schulen. Seit Mitte 2017 begleitet Kohn die Neugründung einer Montessori Grund- und Mittelschule mit dem Profil Landwirtschaft, ferner jugendliche Migranten in Schule und Beruf.

Prof. em. Dipl.-Ing. Ulf Jonak

Studierte Architektur an der Technischen Hochschule in Darmstadt. Ab 1967 war er Mitarbeiter in Architekturbüros in Delft (NL), und Frankfurt am Main. 1978 bis 1981 war er tätig als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Hochschule in Darmstadt. Von 1981 bis 2008 hatte er eine Professur im Fachbereich Architektur und Städtebau der Universität Siegen inne (Architekturtheorie und Grundlagen der Gestaltung). Jonak ist außerordentliches Mitglied des Bundes Deutscher Architekten (BDA), Beirat der Interdisziplinären Studiengesellschaft e.V. und Mitglied im Frankfurter Künstlerclub e.V.

76. Jahrestagung – Allgemeine Information

Tagungsort

Hotel Wetzlarer Hof,
Obertorstraße 3, 35578 Wetzlar

Google Maps Link

Anmeldung

Senden Sie uns bitte eine E-Mail an Alexander Boeck, alexanderboeck.ddorf@t-online.de

Das Tagungsbüro in Wetzlar ist erreichbar ab 19.09.2019  um 16 Uhr unter dieser Nummer 0172 – 2104521

Anfahrt

PKW: Parkhaus unter der Stadthalle – 1 min vom Hotel Wetzlarer Hof entfernt

BAHN: Vom Busbahnhof (neben dem Hbf. Wetzlar) mit Buslinie 11 oder 12 in 12 Min. zur
Haltestelle Altstadt/Stadthalle – 100 m vom Hotel entfernt. Oder mit CITY BUS von der Haltestelle H 1 bis zum Ausstieg H8 Stadthalle.  Oder mit dem Taxi, Kosten ca. 10 €.

Tagungsgebühren

70,00 € für ISG-Mitglieder
140,00 € für Gäste
20,00 € für Schüler und Studenten

Veranstalter

Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. (ISG)
c/o Dr. Siegfried Kreibe
Jaspersallee 35, 81245 München

Alles zur Geschichte der Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. (ISG) finden Sie hier auf der Seite.

 

75. Jahrestagung – Fleiß und Faulheit

75. Jahrestagung – Fleiß und Faulheit

21. – 23. September 2018
Würzburg

Untenstehend finden Sie das Programm und die Referenten*innen der diesjährigen Tagung.

Die allgemeinen Informationen zum Tagungsort und den Kosten finden Sie hier.

Den Flyer zum Download als PDF (800 Kbyte) finden sie hier.

Einst galt die Trägheit des Herzens als Untugend. An ihre Stelle ist das getreten, was wir heute Faulheit nennen: mangelnde Bereitschaft zur Arbeit, insbesondere zur bezahlten Arbeit. Der Faule trägt nichts bei. Er lebt auf Kosten anderer. Er muss gefordert werden.
Hingegen hat der Fleiß der Vielen zu dem in historischer Sicht luxuriösen Leben geführt, das heute ein Teil der Weltbevölkerung führen darf. Wenn Arbeit Freude macht, ist Fleiß keine Last. Das wissen nicht nur Hobbygärtner. Wer Kinder großzieht, Angehörige pflegt oder seinen Lebensunterhalt verdient, weiß aber auch: Vieles bereitet keine Freude und muss doch getan werden. Wir brauchen das Ethos des Fleißes, die Würdigung der Fleißigen.

Aber: Arbeiten wir noch für ein gutes Leben oder treibt uns der furiose Tanz um das Immer Mehr in die gesellschaftliche Erschöpfung? Wird nicht selbst die Freizeit immer fordernder und hektischer? Wie stellen sich moderne Aktivierungsforderungen aus der Sicht von Kindern, Jugendlichen, Berufstätigen oder Rentnern dar? Brauchen wir heute nicht eher mehr Muße, mehr Pausen, mehr Besinnung als mehr Fleiß? Was bedeutet verantwortungsvolle Mitarbeiterführung vor diesem Hintergrund? Ist Freude an der Lohnarbeit nur eine Führungslegende, um mehr aus Mitarbeitern herauszuholen? Oder reibt uns schon die Freizeit so sehr auf, dass wir den Forderungen der Arbeitswelt kaum mehr gewachsen sind? So betrachtet braucht es vielleicht doch mehr Fleiß, oder besser: eine andere Art von Fleiß.

Wo liegt die „gute Mitte“ zwischen Arbeitseifer und Muße? Und: kann diese Mitte das Ziel sein? Wollen wir auf die genial Rastlosen verzichten? Wäre die Welt besser ohne die entspannte Muße derer, die früher als Lebenskünstler bezeichnet wurden? Und wie sieht es außerhalb des üblichen Alltagswirbels aus? Was bedeutet Fleiß für Menschen am Rande der Gesellschaft, etwa für Wohnungslose? Wie ordnen Psychoanalytiker eine ganz andere Art der Arbeit ein: die Traumarbeit?

Darüber wollen wir diskutieren: konstruktiv, interdisziplinär und offen für neue Sichtweisen.

Siegfried Kreibe, Vorsitzender der Interdisziplinären Studiengesellschaft

Programm

Freitag, 21.9.2018

14:00 Tagungseröffnung

14:30 Fleiß und Faulheit – Begriffswandel in der Tugendlehre
PD Dr. phil. habil., Dr. theol. Michael Rasche, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

15:45 Kaffeepause

16:15 Der Getriebenheit widerstehen: Plädoyer für eine Kultur der Pause
Till Bastian, Mediziner, Psychotherapeut und Schriftsteller

17:30 Ende der Sitzung
anschließend Mitgliederversammlung

Samstag, 22.9.2018

9:30 Kindheit ohne Muße? – Von rechtem Maß und rechtem Ziel in der Erziehung
Dr. Marianne Soff, Psychologin, Pädagogische Hochschule Karlsruhe

10:45 Kaffeepause

11:00 Generation Z – Einstellungen zur Arbeit und die Herausforderungen für das Management
Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt, Private Hochschule Göttingen

12:15 Mittagspause

14:00 Globalisierung, Veränderungsdruck und Wertewandel bei Fachkräften – Führungsmodelle im Wandel
Dipl.- Ing. Georg Schwalme, Bereichsleiter Forschung und Bildung, SKZ, Würzburg

15:15 Kaffeepause

15:30 In 100 Jahren entflammt und ausgebrannt – Arbeitslust und Arbeitslast in Deutschland
Dr. Sabine Donauer, Historikerin

16:45 Zwischen nicht wollen, nicht können, nicht dürfen und dem Stress der Alltagsbewältigung: der Fleiß des Obdachlosen
Kai Hauprich, Sozialarbeiter, Hochschule Düsseldorf

18:00 Ende der Sitzung
anschließend ab 19:00 Uhr Gesellschaftsabend

Sonntag, 23.9.2018

10:00 Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf oder: Das Unbewusste kennt keine Muße. Traumarbeit und
Arbeit am Traum
Prof. Dr. Helmwart Hierdeis, Psychoanalytiker

11:30 Der wohlverdiente (Un-)Ruhestand: Zwischen Aktivierungsforderung und Muße
Dr. Tina Denninger, Soziologin, Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft gGmbH (IMEW), Berlin

13:00 Ende der Tagung

Referentinnen und Referenten

Till Bastian

Medizinstudium in Mainz. Bis 1982 praktischer Arzt, dann Geschäftsführer der „Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges“ (Friedensnobelpreis 1985). Nach 1986 Schriftsteller und Journalist. Zahlreiche Veröffentlichungen: „Auschwitz und die Auschwitz-Lüge“ (C. H. Beck, München), „Seelenleben. Eine  Bedienungsanleitung für unsere Psyche“ (psychosozial-Verlag, Gießen) sowie „Wie wird wurden, was wir werden. Die Evolution des Seelenlebens“ (ebenda). Bastian arbeitet als Arzt an der Fachklinik
Wollmarshöhe.

Dr. Tina Denninger

Dr. Tina Denninger absolvierte zunächst eine Ausbildung als Buchhändlerin und studierte dann Soziologie in München und Berlin. Sie beschäftigte sich in zahlreichen Projekten mit dem Thema Alter. Inzwischen arbeitet sie an einem Forschungsinstitut zum Thema Menschen mit Behinderungen. Sie hat zwei Kinder und lebt in Berlin.

Dr. Sabine Donauer

Dr. Sabine Donauer studierte Geschichte an den Universitäten Augsburg, Leiden, Paris-Sorbonne und Oxford. Sie absolvierte zudem ein Masterprogramm im Fach Higher Education der Harvard University. Im Jahr 2013 schloss sie ihre mehrfach preisgekrönte Promotion »Emotions at Work – Working on Emotions. On the Production of Economic Selves in Twentieth-Century Germany« am Max-Planck- Institut für Bildungsforschung ab. Sie ist heute im Wissenschaftsmanagement für die Max-Planck- Gesellschaft  tätig.

Kai Hauprich

Kai Hauprich (M.A. Sozialarbeit) hat an der Hochschule Düsseldorf und der Universität Duisburg-Essen Soziale Arbeit studiert. Derzeit arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsschwerpunkt Wohlfahrtsverbände der Hochschule Düsseldorf und ist dort in der Armutsforschung tätig. Er promoviert zur Handy und Internetnutzung durch wohnungslosen Menschen.

Dr. phil. Helmwart Hierdeis

Dr. phil. Helmwart Hierdeis, Psychoanalytiker, Professor für Erziehungswissenschaften an den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Innsbruck, Gründungsdekan der Fakultät für Bildungswissenschaften Brixen der Freien Universität Bozen. Aktuelle Publikationen: Hrsg.:
„Wie hältst du’s mit dem Tod?“ – Erfahrungen und Reflexionen in der Psychoanalyse (2014); Hrsg.: Austauschprozesse. Psychoanalyse und andere Humanwissenschaften (2016); Psychoanalytische Pädagogik. Psychoanalyse in der Pädagogik (2016); Traum und Traumverständnis in der Psychoanalyse (2018).

Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt

Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt, Vizepräsidentin Fernstudium und Digitalisierung an der PFH Private Hochschule Göttingen. Nach Abschluss Ihres Hochschulstudiums in Göttingen und Beratertätigkeit im Bereich der Prozessberatung hat sie ihre Promotion „Total Dynamic
Organization auf Basis der Chaosforschung“ abgeschlossen. Bevor sie an der PFH Private Hochschule Göttingen Vizekanzlerin wurde, was sie Leiterin der Contentfactory für die unicmind.com AG. Seit 2005 leitet sie das Fernstudium Ökonomie mit 1.500 Fernstudierenden und seit 2015 ist sie Vizepräsidentin für Fernstudium und Digitalisierung. Seit ihrer Berufung zur Professorin für Blended Learning und Organisation im Jahr 2009 beschäftigt sie sich mit Themen aus dem Generationenmanagement und der Digitalisierung von Studieninhalten.

PD Dr. phil. habil. Dr. theol. Michael Rasche

PD Dr. phil. habil. Dr. theol. Michael Rasche, 2015-2016 Professor für Philosophische Grundfragen der Theologie, KU Eichstätt-Ingolstadt; seit 2016 Privatdozent für Philosophie, KU Eichstätt-Ingolstadt; seit 2017 Unternehmens- und Organisationsberater. Forschungsschwerpunkte: Sprachphilosophie, Kommunikation, Phänomenologie, Hermeneutik, Dekonstruktion, antike Philosophie.

Georg Schwalme

Georg Schwalme, Diplom-Ingenieur arbeitete nach seinem Studium der Elektrotechnik zunächst als Entwickler und dann als Gruppenleiter und Abteilungsleiter in der Entwicklungsabteilung der AEG Hausgeräte AG. Auf seine spätere Verantwortung als Werkleiter einer Staubsaugerfabrik folgte die Übernahme internationaler Verantwortung für Fabriken in Ungarn und in Schweden. Nach seinem Wechsel zur Bosch und Siemens
Hausgeräte GmbH (BSH) hatte er die Verantwortung für drei Standorte in Deutschland, Spanien und Asien mit insgesamt rund 1000 Beschäftigten. Seit 2008 ist Georg Schwalme in der Forschung und Entwicklung des SKZ tätig. Er leitet den Bereich Spritzgießen und Additive Fertigung mit Forschung, Entwicklung und Weiterbildung.

Dr. phil. Marianne Soff

Dr. phil. Marianne Soff, Diplom-Psychologin und approbierte Psychologische Psychotherapeutin, Ausbildung in Gestalttheoretischer Psychotherapie und Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie. Seit 1998 Lehrtätigkeit als Akademische Oberrätin im Institut für Psychologie an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe.

75. Jahrestagung – Allgemeine Informationen

75. Jahrestagung – Allgemeine Informationen

Programm

Das Programm und den Ablauf finden Sie hier…

Veranstalter

Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. ISG
Sitz der ISG: c/o Dr. Siegfried Kreibe, Jaspersallee 35, 81245 München, Tel.: 089/ 89712689,
www.studiengesellschaft.de

Anmeldung, Tagungsorganisation und -büro

Hier können Sie das Anmeldeformular herunterladen: Anmeldeformular-isg-A4-2018

Senden Sie das beigefügte Anmeldeformular postalisch oder per E-Mail an: Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. c/o Dr. Alexander Boeck, Leostraße 25, 40545 Düsseldorf, Tel. 0211-552442, E-Mail alexanderboeck.ddorf@t-online.de

Es werden Teilnahmebescheinigungen ausgestellt.

Ort und Zeit

Die 75. Jahrestagung der ISG e.V. findet vom Freitag, den 21.September 2018 ab 14 Uhr bis
Sonntag, den 23. September 2018 bis ca. 13 Uhr im Hotel Wittelsbacher Höh, Hexenbruchweg 10, 97082 Würzburg statt.

Anfahrt

Am Würzburger Busbahnhof (liegt direkt neben dem Hbf) vom Bussteig 6 mit der Buslinie 18 (Richtung Höchberg) in 11 Minuten zur Haltestelle Hexenbruchweg, nur 200 m vom Hotel entfernt.

Hier die Anfahrt auf Google Maps öffnen.

Tagungsgebühren

  • 70,00 € für ISG-Mitglieder
  • 140,00 € für Gäste
  • 20,00 € für Schüler und Studenten

Preise für Tageskarten und weitere detaillierte Preisoptionen entnehmen Sie bitte dem Anmeldeformular.

Gesellschaftsabend

Er findet am Samstag, den 22. September 2018 ab 19:30 Uhr im Tagungshotel statt. Der Preis pro Person beträgt 40,00 € ohne Getränke.

Hotel

Wir haben im Tagungshotel Zimmer vorreserviert.

  • Das EZ mit Frühstück kostet 85,- €/Nacht.
  • Das DZ mit Frühstück kostet 135,- €/Nacht.

Sie müssen Ihre benötigten Zimmer selbst buchen und zahlen.

Bitte melden Sie sich unbedingt gleichzeitig mit dem Anmeldeformular postalisch oder per E-Mail unter alexanderboeck.ddorf@t-online.de für die Tagung an. Die Konditionen gelten nur bis 31. Juli 2018.

Bitte beachten Sie: Die Reservierung ist verbindlich. Die Zimmer werden direkt vom Tagungsteilnehmer gebucht und bezahlt. Bei einer Stornierung der Tagung bitten wir zu beachten, dass die Reservierung des Hotelzimmers vom Tagungsteilnehmer selbst rückgängig gemacht werden muss. Evtl. entstehende Kosten gehen zu Lasten des Teilnehmers, die ISG haftet nicht.

Bezahlung

Wir bitten um Überweisung des Tagungsbeitrages und des Beitrages für den Gesellschaftsabend auf das Konto Nr. 136 600 500, BLZ 370 100 50 der Interdisziplinären Studiengesellschaft e.V. bei der Postbank Köln. IBAN DE52 3701 0050 0136 6005 00, BIC PBNKDEFFXXX

Die Anmeldungen werden ab Eingang auf dem Konto berücksichtigt. Bei Rücktritt bis 15.8.2018 wird der Tagungsbeitrag erstattet.

Rahmenprogramm

Am Freitag, den 21. September 2018 um 10:30 Uhr  ist ein Museumsbesuch mit Führung im Staatl. Museum für Kunst- und Kulturgeschichte, Festung Marienberg, Würzburg geplant.
Anmeldung erforderlich.

Für Freitagabend haben wir im Würzburger Hofbräukeller Plätze vorbestellt, Anmeldung erwünscht. Die Adresse lautet: Jägerstraße 17, 97082 Würzburg. Der Hofbräukeller ist etwa 1.200 m vom Tagungshotel entfernt.

 

74. Jahrestagung – Allgemeine Informationen

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Veranstalter

Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. ISG
Sitz der ISG: c/o GF Dr. Siegfried Kreibe, Jaspersallee 35, 81245 München, Tel.: 089/ 89712689,
www.studiengesellschaft.de
Leitung: Dr. Dieter Korczak, 1. Vorsitzender ISG e.V. Dr. Dieter Korczak, Tel.: 03338-459545, dieter.korczak@gp-f.com

Zielgruppe der Tagung

ISG-Mitglieder, Multiplikatoren aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Kommunen, NGOs und Verbänden

Anmeldung, Tagungsorganisation und -büro

Per Email an ISG c/o Dr. Siegfried Kreibe, Jaspersallee 35, 81245 München, Tel. 089/89712689; Email kreibe.ISG@t-online.de, Handy 0172 8445387 oder info@studiengesellschaft.de
Tagungsbüro in Bernau ab 28.9.2017 ab 16 Uhr, Tel.: 0172 / 844 5387
Es werden Teilnahmebescheinigungen ausgestellt.

Ort und Zeit

Die 74. Jahrestagung der ISG e.V. findet vom Freitag, den 29.September 2017 ab 14 Uhr bis Sonntag, den 01.Oktober 2017 bis ca. 13 Uhr in der AWO-Tagungsstätte, An der Stadtmauer 12, 16321 Bernau bei Berlin statt.

Anfahrtsbeschreibung öffnen

Tagungsgebühren

  • 70,00 € für ISG-Mitglieder
  • 140,00 € für Gäste
  • 20,00 € für Schüler und Studenten

Preise für Tageskarten und weitere detaillierte
Preisoptionen entnehmen Sie bitte der Antwortkarte.

Gesellschaftsabend

Er findet am Samstag, den 30. September 2017 ab 19:30 Uhr in Bernau bei Berlin statt. Die Adresse lautet: Casa Vicina, Breitscheidstraße 51 in Bernau bei Berlin . Der Preis pro Person beträgt 40,00 € ohne Getränke. Das Restaurant liegt etwa 200m von der Tagungsstätte entfernt.

Hotel

Wir haben im Comfort-Hotel, Zepernicker Chaussee 39, 16321 Bernau, einige Zimmer vorreserviert.

  • Das EZ mit Frühstück kostet 52,- €/Nacht.
  • Das DZ mit Frühstück kostet 70,- €/Nacht.

Sie müssen selbst ihre benötigten Zimmer bestellen.

Bitte melden Sie sich unbedingt gleichzeitig und per E-Mail unter kreibe.ISG@t-online.de für die Tagung an.
Die vereinbarten Hotelkonditionen gelten nur bis einschließlich 31. Juli 2017.
Bitte beachten Sie: Die Reservierung ist verbindlich. Die Zimmer werden direkt vom Tagungsteilnehmer gebucht und bezahlt. Bei einer Stornierung der Tagung bitten wir zu beachten, dass die Reservierung des Hotelzimmers vom Tagungsteilnehmer selbst rückgängig gemacht werden muss. Evtl. entstehende Kosten gehen zu Lasten des Teilnehmers, die ISG haftet nicht.

Bezahlung

Wir bitten um Überweisung des Tagungsbeitrages und des Beitrages für den Gesellschaftsabend auf das Konto Nr. 136 600 500, BLZ 370 100 50 bei der Postbank Köln. IBAN DE52 3701 0050 0136 6005 00,
BIC PBNKDEFFXXX
Die Anmeldungen werden ab Eingang auf dem Konto berücksichtigt. Bei Rücktritt bis 15.8.2017 wird der Tagungsbeitrag erstattet.

Anfahrt

Bernau liegt etwa 20 km nordöstlich von Berlin.
Comfort-Hotel: ab Berlin-Hauptbahnhof U 55 bis Brandenburger Tor, von dort S2 bis Bernau-Friedenstal, dann 10 Minuten Fußweg zum Hotel. [Anfahrt: https://goo.gl/maps/EMZH4fnjgx12]

AWO-Tagungsstätte: S2 bis Bernau Bahnhof (eine Station nach Bernau-Friedenstal), dann 3 Minuten zu Fuß. Die AWO-Tagungsstätte liegt 1,5 km vom Hotel entfernt.

Rahmenprogramm

Am Freitagvormittag ist ein Museumsbesuch geplant. Anmeldung erforderlich. Wir besichtigen die  Galerie der Stadt Bernau (www.galerie-bernau.de).

Für Freitagabend haben wir in einem Restaurant in Bernau Plätze vorbestellt, Anmeldung erwünscht. Die Adresse lautet: Restaurant Schwarzer Adler – Berliner Straße 33 – 16321 Bernau bei Berlin.

In unmittelbarer Nähe der Tagungsstätte befinden sich das Kaffeehaus Madlen, das Cafe Glück, das Hussiten-Cafe (alle mit Mittagstisch), die Restaurants  Rissani (libanesisch), Ali Baba (türkisch), Zicken-Schulze (deutsch), Leiterwagen (deutsch).

74. Jahrestagung – Freundschaft

74. Jahrestagung

29. September – 1. Oktober 2017
Bernau bei Berlin

Untenstehend finden Sie das Programm und die Referenten*innen der diesjährigen Tagung.

Die allgemeinen Information zum Tagungsort und den Kosten finden Sie hier.

Der Mensch ist ein gemeinschaftsorientiertes Wesen („zoon politikon“). Er braucht die emotionale Nähe zu anderen Menschen. Freundschaft als zentrales menschliches Bedürfnis schafft diese Nähe. So benennt der griechische Philosoph Aristoteles Freundschaften als wichtigen Bestandteil eines glücklichen und moralischen Lebens. Auf ihn geht die Unterscheidung in Lust-, Nutzen- und Tugendfreundschaft zurück. Freundschaften werden besungen, „ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt“ (Comedian Harmonists, 1930) und in der Literatur gepriesen. Freundschaften und Freundschaftsnetzwerke vermitteln Schutz und sind soziales Kapital (Bordieu). Sie sind der Anker in einer immer differenzierter werdenden Welt (Tenbruck).
Freundschaft kann im Sandkasten beginnen und ein Leben lang halten. Sie wird freiwillig eingegangen, kann aber auch jederzeit aufgekündigt werden. Ihr Geheimnis besteht darin, dass unter Freunden respektvolle Distanz in der Nähe gewahrt wird. Der Freund ist derjenige, der seine Welt zu verschenken hat und mit dem zusammen man sich eine eigene Welt erschaffen kann. Freundschaft kann jedoch auch ausgrenzen: „In der blitzhaften Übereinstimmung, in der fast reflexhaften Gemeinsamkeit von Sympathien und vor allem der gemeinsamen Aversionen gegen etwas oder jemanden feiert die Freundschaft ihre größten Triumphe“ (Bovenschen 2000).
Freundschaften sind grundsätzlich sehr persönlich und enthalten implizite Regeln: keine Macht voreinander demonstrieren, keine Verträge untereinander schließen, dem Freund gegenüber freizügig sein, ohne eine Gegengabe zu erwarten. Sozialstrukturelle Differenzierungen können bis in die Wahl der Freunde hineineinwirken. „Die Lebenssituation als materielle Grundlage…steckt den Spielraum des (Freundschafts-) Handelns ab.“ (Alleweldt 2017)
Wenn von Freunden gesprochen wird, kann auch ein inflationärer Gebrauch des Begriffs beobachtet werden. Soziologische Analysen zeigen, dass Menschen in Deutschland im Laufe ihres Lebens drei beste Freunde haben. Auf Facebook sind dagegen mehr als 500 „Freunde“ keine Seltenheit. Die Freundschaft zwischen Staaten ist ebenfalls eine zweifelhafte Angelegenheit. So unterschiedliche Politiker wie Machiavelli, Fürst Metternich und George Washington haben davor gewarnt, in der Außenpolitik Gefühle walten zu lassen und auf die Freundschaft von anderen Staaten zu zählen.
Insgesamt ist im öffentlichen und privaten Leben eine Renaissance der Verwendung der Begriffe „Freund/ Freundschaft“ zu beobachten. Deutet dies bereits auf eine stärkere gesellschaftliche Vernetzung und Solidarität in und zwischen Altersgruppen und sogar Staaten hin? Wie leicht oder schwer werden Freundschaften geschlossen? Ist Freundschaft die Antwort auf viele Fragen der heutigen Welt? Soziologen, Philosophen, Natur- und Kulturwissenschaftler versuchen auf der Tagung der ISG in der Diskussion mit den Gästen auf diese Fragen Antworten zu geben.

Dieter Korczak
Vorsitzender ISG

Freitag, 29. September  2017

Im Anschluss an jeden Vortrag findet eine Diskussionsrunde statt.

14:00 Uhr | Tagungseröffnung

14:30 Uhr | „Jede Freundschaft beruht auf  Gemeinschaft“ (Aristoteles) – Antike
Freundschaftsvorstellungen und ihre Bedeutung
Hans-Ulrich Baumgarten, Universität Düsseldorf

15:45 Uhr | Kaffeepause

16:00 Uhr | Wert der Freundschaft in einer komplexen, globalisierten Welt
Dieter Korczak, Bernau bei Berlin

17:30 Uhr | Ende der Sitzung (anschl. Mitgliederversammlung)

Samstag, 30. September  2017

9:30 Uhr | Ein naturwissenschaftlicher Blick auf Freundschaft: Kooperation in der Biologie
Tabea Krieger, Deutsches Krebszentrum, Heidelberg

10:45 Uhr | Kaffeepause

11:00 Uhr | Die Kunst, sich Freunde zu machen
Ghania Ibelaidene, Sinnklang, Berlin

12:15 Uhr | Mittagspause

14:15 Uhr | Geschäftsfreunde – Facebook-Freunde
Johannes Schneider, Student,
Universität Hohenheim

15:15 Uhr | Kaffeepause

15:30 Uhr | Brieffreundschaften
Klaus-Dieter Schult, Philatelisten-Verband Berlin-Brandenburg e. V.

16:45 Uhr | Der Mythos bzw. die Symbolik der Freundschaft in der Musik unter Einbeziehung musikalischer Freundschaftsbeweise von Bach, Mozart, Weber und aus der Popmusik
Prof. Dr. Thomas Krettenauer, Universität Paderborn

18:00 Uhr | Ende der Sitzung  (anschl. ab 19 Uhr Gesellschaftsabend)

Sonntag, 1. Oktober  2017

10:00 Uhr | Unterscheiden sich Männer- und Frauen-Freundschaften?
Erika Alleweldt, Humboldt-Universität, Berlin

11:30 Uhr | Gibt es Freundschaft zwischen Staaten?
Ein Plädoyer für die Freundschaft über Ländergrenzen und Ideologien hinweg anhand des Filmes „Die Troika“
Paul Werner Wagner, Berlin

13:00 Uhr | Ende der Tagung

Referentinnen und Referenten

Erika Alleweldt, promoviert in Sozialwissenschaften mit dem Thema „Die differenzierten Welten der Frauenfreundschaften“ (2011). Derzeit Postdoc Projekt am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität Berlin zum Thema: Sinnkonstruktionen moderner Lebensführung.

Hans-Ulrich Baumgarten, Apl. Professor für Philosophie an der Universität Düsseldorf, Studium der Germanistik, Kath. Theologie und Philosophie, Promotion und Habilitation in Freiburg/Br., wissenschaftlicher Referent für Schule und Weiterbildung sowie Kultur bei der CDU-Landtagsfraktion NRW.

Ghania Ibelaidene, Expertin für Veränderungsmanagement, Mediatorin und Coach für zwischenmenschliche Beziehungen, berät seit über 15 Jahren Unternehmen, Teams und Individuen zu Fragen der Veränderung, Kommunikation und Beziehungen in guten wie in schlechten Zeiten.

Dieter Korczak, Vorsitzender der ISG, ist promovierter Soziologe und Diplom-Volkswirt. Seine Publikationen decken ein breites Spektrum ab: Armut, Geld, Gesundheit, Familie, Medien, Migration, Lebensqualität, Smart World, Überschuldung von Verbrauchern sind seine Themen. Er lebt in Bernau bei Berlin.

Prof. Dr. Thomas Krettenauer, studierte ab 1978 am Leopold-Mozart-Konservatorium in Augsburg Konzertgitarre, Kontrabass und Klavier, ist gegenwärtig Geschäftsführender Leiter des Lehrstuhl für Musik und ihre Didaktik, Universität Paderborn, Fakultät für Kulturwissenschaften/Fach Musik. Seit 2005 leitet er den neu geschaffenen Bachelor/Masterstudiengang „Populäre Musik und Medien“.

Tabea Krieger, studierte Biologie und Biophysik in Mainz und Heidelberg und promovierte mit einer interdisziplinären Arbeit am Deutschen Krebsforschungszentrum und an der Ruprecht Karls Universität Heidelberg im Bereich Biophysik. Sie arbeitet mittlerweile im Bereich der klinischen Forschung.

Johannes Schneider, nach dem Abitur Ausbildung zum Bankkaufmann. Seit 2015 Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim. Vorstandsvorsitzender des mit 600 Mitglieder größten akademischen Banken-und Börsenvereins Deutschlands, das „Kreditwirtschaftliche Colloquium Hohenheim e.V.“.

Klaus-Dieter Schult, bis 1993 als promovierter Literaturwissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin, danach in verschiedenen Berufen tätig, zuletzt als Gymnasiallehrer. Vorsitzender des Philatelisten-Verbandes Berlin-Brandenburg e. V.

Paul Werner Wagner, Literaturwissenschaftler, Kulturmanager und Schachfunktionär. Vorsitzender der Emanuel Lasker Gesellschaft und der Friedrich-Wolf-Gesellschaft. Autor und Herausgeber mehrerer Bücher.

 

 

 

73. Jahrestagung – Das politische Klima, Migration und Demokratie

Druck

23. – 25. September 2016
Oberursel

Untenstehend finden Sie das Programm, hier geht es gleich zu den Referenten*innen der diesjährigen Tagung.

Die allgemeinen Information zum Tagungsort und den Kosten finden Sie hier.

Die Abstracts der diesjährigen Tagung finden Sie hier.

Deutschland ist ein Einwanderungsland ohne ein Einwanderungsgesetz. Rund 1 Million Geflüchtete und/oder Asylsuchende sollen 2015 in Deutschland angekommen sein. Geflüchtete werden von Teilen der Bevölkerung freundlich begrüßt (Refugees welcome), bei anderen Teilen der Bevölkerung lösen sie dumpfe Ängste aus (Pegida). Die durch das Schengener EU-Abkommen gefallenen Grenzzäune werden von einigen Mitgliedstaaten der EU wieder errichtet (Ungarn, Österreich, Dänemark). Eine Begrenzung der Humanität und Nächstenliebe findet nicht nur durch Grenzzäune auf Territorien statt, sondern auch in vielen Köpfen. Die vor Verfolgung, Hunger, Armut und Krieg geflüchteten Menschen stellen ähnlich große Herausforderungen an unsere Zivilgesellschaft und das politische System wie die früheren Migrationen nach Deutschland (Flüchtlinge des 2. Weltkriegs, Displaced Persons, „Gastarbeiter“, Spätaussiedler).

Von den Geflüchteten werden viele bleiben. Sie brauchen Wohnungen und Arbeitsplätze, Bildung und Sprachunterricht. Viele von ihnen, die durch die Umstände der Flucht traumatisiert wurden, benötigen außerdem Therapien. Über die Art und Weise, wie nicht nur die Integration, sondern darüber hinaus eine sinnvolle kulturelle Einbindung der Flüchtlinge erfolgen kann oder soll, wird kaum gesprochen.

Stattdessen sind fremdenfeindliche Parolen zu hören: Geflüchtete werden beschimpft und bedroht, sogar Brandsätze werden auf Flüchtlingsheime geworfen. Die Idee einer multikulturellen bzw. transkulturellen Gesellschaft im Rahmen einer funktionierenden parlamentarischen Demokratie scheint gefährdet. Die Haltung einer offenen Gesellschaft droht verloren zu gehen. Auch die Idee eines grenzenlosen vereinigten Europas scheint gegenwärtig vor ihrem Scheitern zu stehen (Brexit).

Die Tagung der ISG und des vhw versucht, jenseits der Mainstream- und Talkshow-Diskussionen wissenschaftlich fundierte sowie empirisch erprobte Antworten für die Zukunft einer offenen Gesellschaft zu geben.

Dr. Dieter Korczak
Vorsitzender ISG e.V.

Prof. Dr. Jürgen Aring
Vorstand vhw e.V.

Freitag, 23. September 2016

14:00 Uhr
Tagungseröffnung Dr. Dieter Korczak/ISG und Grußwort der Stadt Oberursel

14:30 Uhr
Raum im Kontext von Flucht und Mehrsprachigkeit
Dr. Astrid Weißenburg, Karlsruhe

15:45 Uhr Kaffeepause

16:00 Uhr
Xenophobie – Die Angst vor der „Nicht-Mutter“ und ihre Varianten
Prof. Helmwart Hierdeis, Herrsching

17:30 Uhr Ende der Sitzung (anschl. Mitgliederversammlung)

Samstag, 24. September 2016

9:30 Uhr
Kann ein Weinberg die Welt verändern?
Marius Stark, Neuss

11:00 Uhr Kaffeepause

11:30 Uhr
Vom Lebenstrauma zum Lebenstraum?
Niederfrequente psychotherapeutische
Intervention bei minderjährigen Flüchtlingen
Dr. med. Ruth Pfister, Gießen

13:00 Uhr Mittagspause

14:00 Uhr
Integration – Potenziale im Quartier!
Olaf Schnur (vhw), Berlin

15:15 Uhr
Kulturelle Vielfalt: Herausforderungen für die öffentliche Verwaltung
Henning Dettleff (vhw), Berlin

16:15 Uhr Kaffeepause

16:45 Uhr
Kulturwandel und Moderne
Malte Daniljuk, Berlin

18:00 Uhr Ende der Sitzung
(anschl. Gesellschaftsabend)

Sonntag, 25. September 2016

10:00 Uhr
Möglichkeiten und Grenzen der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit
Dr. Hansgeorg Rehbein, Krefeld

11:30 Uhr
Bedürfnisse und effektive Formate der Politischen Bildung
Offene interaktive Diskussion mit dem Auditorium:
Wie kann gesellschaftspolitische Bildung im Trubel des Alltages zwischen Job, Supermarktkasse, Kita und Erschöpfung funktionieren? Werden vor allem die bereits Überzeugten überzeugt? Sind die Angebote der politischen Bildung richtig konzipiert? Was muss getan werden, um die Menschen zu erreichen?

13:00 Uhr Ende der Tagung

 

Die Referentinnen und Referenten

Malte Daniljuk, Redakteur für internationale Politik, Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der FU Berlin und der deutschen Sprache und Linguistik an der TU Berlin. Im Studium lernte er den Wert der britischen Cultural Studies für Politik und Gesellschaft zu schätzen. Schwerpunkte seiner Veröffentlichungen sind die Themen Medienpolitik, Außen- und Sicherheitspolitik sowie Wirtschaftspolitik und soziale Entwicklung.

Henning Dettleff, Dipl.-Kfm., Ekon. Mag. M. A., Bereichsleiter Fortbildung vhw e. V., Referent für Bildungs- und Hochschulpolitik bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (2008-2013) und Mitglied der Geschäftsführung einer Agentur für Qualitätsentwicklung im Hochschulbereich (2013-2015)

Helmwart Hierdeis, Prof. i.R., Dr. phil., Psychoanalytiker, Erziehungswissenschaftler an den Universitäten Bamberg, Erlangen-Nürnberg, Innsbruck und Bozen-Brixen, Arbeitsschwerpunkte: Pädagogische Anthropologie, Bildungstheorie, Psychoanalyse, Psychoanalytische Pädagogik, zahlreiche Veröffentlichungen, Beirat der ISG

Dieter Korczak, Studium der Soziologie, Sozialpsychologie und Finanzwissenschaften an der Universität Köln, Dr. rer. pol., Diplom-Volkswirt, Mitarbeiter an Armuts- und Sozialberichten des Bundes und der Länder, Verfasser verschiedener Artikel zum Thema Migration, Kuratoriumsmitglied des vhw, Vorsitzender der ISG und Herausgeber der Interdisziplinären Schriftenreihe

Ruth Caroline Pfister, Dr. med., Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Forschungsgebiete: Angststörungen, Traumatherapie, Psychotherapieverfahren; Ärztliche Leitung iSyMind Institut; Fortbildungen für Therapeuten und Pädagogen zum Umgang mit minderjährigen Flüchtlingen

Hansgeorg Rehbein, Studium der Biologie, Chemie, Philosophie und Pädagogik an den Universitäten Münster und Bochum, Dr. rer. nat., Wiss Assistent im FB Neurobiologie der Universität Bochum, Leiter der Volkshochschule Krefeld, Flüchtlingskoordinator der Stadt Krefeld

Olaf Schnur, Dr. rer. nat., habil., Seniorwissenschaftler und Projektleiter vhw e. V., Vertretungsprofessur für Stadt- und Quartiersforschung Universität Tübingen (2011-2014), Arbeitsschwerpunkte: Quartiersforschung, soziale Stadt, demografischer Wandel

Marius Stark, Studium der Sozialarbeit, Mitglied der Nahost Kommission von pax christi, Vertreter im Deutschen Kooperationskreis Palästina Israel, langjähriger Leiter der Arbeitsstelle Sozialberatung für Schuldner der verbandlichen Caritas, www.marius-blog.de

Astrid Weißenburg, Dr., Pädagogische Hochschule Karlsruhe, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Transdisziplinäre Sozialwissenschaft – Geographie; Arbeitsschwerpunkte: Neue Kulturgeographie, Raumtheorie, Migration und Mehrsprachigkeit, Bedeutung von Mehrsprachigkeit im Fachunterricht an Grundschulen; Ansprechpartnerin zur Flüchtlingsarbeit an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe; Mitarbeiterin Bürgerservice der Verbandsgemeinde Jockgrim (RLP)