Archiv für den Monat: Juni 2019

76. Jahrestagung – Allgemeine Information

Tagungsort

Hotel Wetzlarer Hof,
Obertorstraße 3, 35578 Wetzlar

Google Maps Link

Anmeldung

Senden Sie uns bitte eine E-Mail an Alexander Boeck, alexanderboeck.ddorf@t-online.de

Das Tagungsbüro in Wetzlar ist erreichbar ab 19.09.2019  um 16 Uhr unter dieser Nummer 0172 – 2104521

Anfahrt

PKW: Parkhaus unter der Stadthalle – 1 min vom Hotel Wetzlarer Hof entfernt

BAHN: Vom Busbahnhof (neben dem Hbf. Wetzlar) mit Buslinie 11 oder 12 in 12 Min. zur
Haltestelle Altstadt/Stadthalle – 100 m vom Hotel entfernt. Oder mit CITY BUS von der Haltestelle H 1 bis zum Ausstieg H8 Stadthalle.  Oder mit dem Taxi, Kosten ca. 10 €.

Tagungsgebühren

70,00 € für ISG-Mitglieder
140,00 € für Gäste
20,00 € für Schüler und Studenten

Veranstalter

Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. (ISG)
c/o Dr. Siegfried Kreibe
Jaspersallee 35, 81245 München

Alles zur Geschichte der Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. (ISG) finden Sie hier auf der Seite.

 

76. Jahrestagung – Faszination und Schrecken des Andersartigen

20.-22. September 2019
Hotel Wetzlarer Hof, Wetzlar

Die allgemeinen Informationen zum Tagungsort und den Kosten finden Sie hier.

Den Flyer zum Download als PDF (400 Kbyte) finden sie hier.

Für Kinder ist der Eintritt in den Kindergarten oder die Schule ein großer Einschnitt. Schon vorher machen sie sich ein Bild davon. Die Neugierigen freuen sich darauf. Die Ängstlichen fürchten sich. Doch mit der Zeit wird ihnen die neue Umgebung mit ihren andersartigen Regeln und den fremden Menschen vertraut und meist verliert sie so ihre Fremdheit.

Um das Fremde einzuordnen, schreiben wir ihm Eigenschaften zu noch bevor wir ihm näher kommen. Dies gilt für unseren Blick auf Menschen, die andersartig aussehen. Noch viel mehr gilt es aber für Zuwanderer aus anderen Kulturräumen und ihren Blick auf die neue Lebenswelt. Bei ihrer Ankunft finden sie sich inmitten des Fremdartigen wieder. Hier hilft das gute, alte Gebot der Gastlichkeit. Es verpflichtet dazu, Fremde freundlich aufzunehmen. So wird ihnen das Ankommen erleichtert, und wir lernen sie besser kennen.

In der Annäherung erweist sich vieles als gar nicht so
fremd wie wir dachten. Die großen monotheistischen Religionen scheinen Welten zu trennen und doch haben sie vieles gemeinsam. Architektur kann Orte gestalten, die fremdartig, ja abweisend wirken und in ihrem Inneren doch ganz alltäglich sind. Auch die archäologische Genetik zeigt, dass wir das Fremde ebenso in uns tragen wie das Eigene.

Fremdheit wird aber auch bewusst aufgebaut. Die Spannung in der Literatur beruht wesentlich darauf, dass sie das Fremde in uns anspricht und Vorstellungen schafft, die uns verunsichern. Die Berichterstattung der Presse bevorzugt das Erschreckende. Durch einen Terroranschlag wird so eine ganze Stadt für uns zu einem Ort des
Entsetzens. Was keinen Schrecken verursacht, das erfahren wir meist nicht.

Wir laden Sie ein zu einer Annäherung an das Andersartige. Es mag beunruhigend sein, aber es ist allemal interessanter als das Vertraute. Und wir machen es Ihnen leicht: Die Tagungen der Interdisziplinären Studiengesellschaft sind geprägt von Offenheit gegenüber allem Neuen – und von Gastlichkeit.

Siegfried Kreibe, Vorsitzender der Interdisziplinären Studiengesellschaft

 

Wir danken der Werner und Marie-Luise Boeck-Stiftung für die großzügige Förderung der Tagung.

 

FREITAG 20.September

14:00 Tagungseröffnung
Dr. Siegfried Kreibe, 1. Vorsitzender der Interdisziplinären Studiengesellschaft

14:15 Grußwort
Manfred Wagner, Oberbürgermeister der Stadt Wetzlar

14:30 Das Eigene und das Fremde: Was haben die beiden miteinander zu tun? –  mit Ausblicken auf das Interreligiöse
Prof. Dr. Peter Stöger, Pädagoge, Universität Innsbruck

15:45 Kaffeepause

16:15 Die Reise unserer Gene: Migration und Anpassung in der Vorgeschichte
Prof. Dr. Johannes Krause, Biochemiker, Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, Jena

17:30 Ende der Sitzung (anschließend Mitgliederversammlung)

SAMSTAG 21.September

9:30 Sinti und Roma – Klischees zwischen Furcht und Attraktion
Dr. Dieter Korczak, Soziologe, Bernau bei Berlin

10:45 Kaffeepause

11:00 Die Fremdheit des Gastes – Zur Theorie der Gastlichkeit
Prof. Dr. em. Alois Wierlacher, Germanist,Universität Bayreuth/Walldorf

12:15 Mittagspause

14:00 Das fremde Deutschland – die Perspektive afrikanischer Zuwanderer
Virginia Wangare Greiner, Sozialarbeiterin,MAISHA e.V.

15:15 Kaffeepause

15:30 Bilder vom Terror – Fotografie im/als Ausnahmezustand
Dr. Bettina Lockemann, Künstlerin und Kunstwissenschaftlerin, Köln

16:45 Das Andersartige der Literatur – ein psychoanalytischer Blick auf die Verunsicherung bei der Lektüre literarischer Texte
Dr. Achim Würker, Literaturwissenschaftler, Reinheim

18:00 Ende der Sitzung.
Anschließend ab 19 Uhr Gesellschaftsabend

SONNTAG 22.September

10:00 „Fremde“ Kinder in der Schule – ein Erfahrungsbericht
Anna Kohn, Pädagogin, Moosburg

11:30 Architektur des Schreckens – von Piranesis „Carceri“ bis zur heutigen Hochhausarchitektur
Prof. em. Dipl.-Ing. Ulf Jonak, Architekt und Architekturtheoretiker, Oberursel

13:00 Ende der Tagung

 

Referenten

Univ.-Prof. Dr., Dr. h.c. Peter Stöger

lehrt Interkulturelle Schulpädagogik an der Universität Innsbruck. Publikationen: gem. mit N. Köffler, P. Steinmair-Pösel, T. Sojer (Hg.): Bildung und Liebe, Bielefeld: 2018; Martin Buber (1923) Ich und Du, in: M. Kühnlein (Hg.): Religionsphilosophie und Religionskritik. Berlin, 2018; Eingegrenzt und Ausgegrenzt, Wien, 2002; Überlegungen zur Islamophobie, in: F. Hafez (Hg.): JB Islamophobieforschung Wien, 2012; Gastvorlesungen: Drohobytch, Szombathely, Bangor, Osnabrück, Faro, Kampala, Puebla.

Prof. Dr. Johannes Krause

promovierte 2008 im Fach Genetik an der Universität Leipzig. Anschließend arbeitete er am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, bevor er eine Professur für Archäo- und Paläogenetik an der Universität Tübingen übernahm. Seit Juni 2014 ist er Direktor am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena. Seit 2017 ist er auch Direktor des Max Planck Harvard Research Centers for the Archaeoscience in the Ancient Mediterranean (MHAAM). Im November 2018 wurde er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum  Professor für Archäogenetik berufen. Zudem ist er Kollegiat der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Im Mittelpunkt der Forschung von Johannes Krause steht die Analyse von alter bis sehr alter DNA mit Hilfe der DNA-Sequenzierung. Zu seinen Forschungsgebieten zählen neben anderem Krankheitserreger aus historischen Epidemien sowie die menschliche Evolution.

Dr. rer.pol. Dieter Korczak

Studierte Soziologie und Sozialpsychologie sowie Volks- und Finanzwirtschaft in Köln. Seit 1985 ist er Leiter eines sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituts. Korczak war von 1997 bis 2017 Vorsitzender der Interdisziplinären Studiengesellschaft e.V. Er verfasste Zahlreiche Gutachten und Veröffentlichungen. Zuletzt: Sinti und Roma in der Stadt Bernau bei Berlin. Bernau 2018

Prof. Dr. Alois Wierlacher

Ist Professor a.D. für Interkulturelle Germanistik an der Universität Bayreuth, Gründer des ersten deutschen Universitätsstudiengangs für interkulturelle Germanistik, Gründer und langjähriger Hauptherausgeber des Jahrbuchs Deutsch als Fremdsprache (Intercultural German Studies) und Gründer und Ehrenmitglied der Akademie für interkulturelle Studien (Würzburg). Er ist Mitbegründer und früherer Vorsitzender der Deutschen Akademie für Kulinaristik und Gründer und langjähriges Vorstandsmitglied des Internationalen Arbeitskreises für Kulturforschung des Essens (Heidelberg). Darüber hinaus hat er vielfältige weitere Funktionen bekleidet und ist Autor zahlreicher Fachpublikationen.

Virginia Wangare-Greiner

Sie war eine der Gründerinnen und eine der ersten Vorstandsvorsitzenden von DaMigra, dem Dachverband der Migrantinnenorganisationen. Seit über 25 Jahren beschäftigt sie sich mit den Themen Menschrechte, vor allem den Rechten von Frauen und Mädchen, Frauenhandel, Migration und Integration. Sie ist Mitglied im Integrationsbeirat der Bundesregierung. Als Mitbegründerin und 1. Vorsitzende des European Network of Migrant Women (ENoMW) setzt sie sich für die Gleichberechtigung von Migrantinnen ein. Sie ist Gründerin und Geschäftsführerin des Vereins Maisha e.V. in Frankfurt am Main. Diese Selbsthilfeorganisation afrikanischer Frauen in Deutschland kooperiert mit verschiedenen Beratungszentren und medizinischen Einrichtungen. Virginia Wangare-Greiner ist 1959 in Eldoret, Kenia geboren und 1986 nach Deutschland migriert. Sie arbeitete in Nairobi mit benachteiligten Mädchen und später in ländlichen Frauenprojekten. Sie ist ausgebildete Hauswirtschaftsmeisterin, Sozialarbeiterin, hat ein Diplom in Ernährungstherapie sowie Business and Marketing. Virginia Wangare-Greiner ist die erste nichtdeutsche Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Sie erhielt 2003 den Integrationspreis der Stadt Frankfurt für ihre Arbeit bei Maisha e.V., 2010 den Gabriele Strecker Preis und 2015 den African Achievement Award 2015.

Dr. Bettina Lockemann

ist Künstlerin und Wissenschaftlerin im Feld der Fotografie. Nach einer Fotografinnenlehre studierte sie künstlerische Fotografie in Leipzig und promovierte in Kunstgeschichte an der Kunstakademie Stuttgart. Sie lehrte an zahlreichen Hochschulen, u.a. als Professorin für Praxis und Theorie der Fotografie an der Kunsthochschule in Braunschweig. Zurzeit ist sie als freiberufliche Künstlerin und Kunstwissenschaftlerin tätig mit internationalen Vorträgen und Ausstellungen.

Dr. Dr. Achim Würker

Ist Studiendirektor im Ruhestand. Er befasst sich mit dem Verständnis der unbewussten  Dynamik von gesellschaftlich-kulturellen Institutionen und Prozessen. Würker ist wissenschaftlich frei arbeitend auf den Gebieten Psychoanalytische Kulturanalyse und Tiefenhermeneutische Literatur- und Filminterpretation sowie Psychoanalytische Pädagogik. Er ist Mitglied in der Kommission Psychoanalytische Pädagogik der DGfE und im Frankfurter Arbeitskreis für Tiefenhermeneutik und Sozialisationstheorie.

Anna Kohn

studierte Germanistik, Geschichte und Sozialkunde an der LMU München. Sie legte 1978 die Prüfung in Erziehungswissenschaften ab und 1981 die für das Lehramt  an Realschulen. Kohn war zehn Jahre selbstständig tätig. Sie hat das Mastermodul in Montessori Education für Primar- und Sekundarstufe und Leitung. Von 2004 bis 2017 war sie Schulleiterin an Montessori-Schulen. Seit Mitte 2017 begleitet Kohn die Neugründung einer Montessori Grund- und Mittelschule mit dem Profil Landwirtschaft, ferner jugendliche Migranten in Schule und Beruf.

Prof. em. Dipl.-Ing. Ulf Jonak

Studierte Architektur an der Technischen Hochschule in Darmstadt. Ab 1967 war er Mitarbeiter in Architekturbüros in Delft (NL), und Frankfurt am Main. 1978 bis 1981 war er tätig als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Hochschule in Darmstadt. Von 1981 bis 2008 hatte er eine Professur im Fachbereich Architektur und Städtebau der Universität Siegen inne (Architekturtheorie und Grundlagen der Gestaltung). Jonak ist außerordentliches Mitglied des Bundes Deutscher Architekten (BDA), Beirat der Interdisziplinären Studiengesellschaft e.V. und Mitglied im Frankfurter Künstlerclub e.V.