Archiv für den Monat: Mai 2017

74. Jahrestagung – Allgemeine Informationen

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Veranstalter

Interdisziplinäre Studiengesellschaft e.V. ISG
Sitz der ISG: c/o GF Dr. Siegfried Kreibe, Jaspersallee 35, 81245 München, Tel.: 089/ 89712689,
www.studiengesellschaft.de
Leitung: Dr. Dieter Korczak, 1. Vorsitzender ISG e.V. Dr. Dieter Korczak, Tel.: 03338-459545, dieter.korczak@gp-f.com

Zielgruppe der Tagung

ISG-Mitglieder, Multiplikatoren aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Kommunen, NGOs und Verbänden

Anmeldung, Tagungsorganisation und -büro

Per Email an ISG c/o Dr. Siegfried Kreibe, Jaspersallee 35, 81245 München, Tel. 089/89712689; Email kreibe.ISG@t-online.de, Handy 0172 8445387 oder info@studiengesellschaft.de
Tagungsbüro in Bernau ab 28.9.2017 ab 16 Uhr, Tel.: 0172 / 844 5387
Es werden Teilnahmebescheinigungen ausgestellt.

Ort und Zeit

Die 74. Jahrestagung der ISG e.V. findet vom Freitag, den 29.September 2017 ab 14 Uhr bis Sonntag, den 01.Oktober 2017 bis ca. 13 Uhr in der AWO-Tagungsstätte, An der Stadtmauer 12, 16321 Bernau bei Berlin statt.

Tagungsgebühren

  • 70,00 € für ISG-Mitglieder
  • 140,00 € für Gäste
  • 20,00 € für Schüler und Studenten

Preise für Tageskarten und weitere detaillierte
Preisoptionen entnehmen Sie bitte der Antwortkarte.

Gesellschaftsabend

Er findet am Samstag, den 30. September 2017 ab 19:30 Uhr in Bernau bei Berlin statt. Die Adresse wird noch bekannt gegeben. Der Preis pro Person beträgt 40,00 € ohne Getränke.

Hotel

Wir haben im Comfort-Hotel, Zepernicker Chaussee 39, 16321 Bernau, einige Zimmer vorreserviert.

  • Das EZ mit Frühstück kostet 52,- €/Nacht.
  • Das DZ mit Frühstück kostet 70,- €/Nacht.

Sie müssen selbst ihre benötigten Zimmer bestellen.

Bitte melden Sie sich unbedingt gleichzeitig und per E-Mail unter kreibe.ISG@t-online.de für die Tagung an.
Die vereinbarten Hotelkonditionen gelten nur bis einschließlich 31. Juli 2017.
Bitte beachten Sie: Die Reservierung ist verbindlich. Die Zimmer werden direkt vom Tagungsteilnehmer gebucht und bezahlt. Bei einer Stornierung der Tagung bitten wir zu beachten, dass die Reservierung des Hotelzimmers vom Tagungsteilnehmer selbst rückgängig gemacht werden muss. Evtl. entstehende Kosten gehen zu Lasten des Teilnehmers, die ISG haftet nicht.

Bezahlung

Wir bitten um Überweisung des Tagungsbeitrages und des Beitrages für den Gesellschaftsabend auf das Konto Nr. 136 600 500, BLZ 370 100 50 bei der Postbank Köln. IBAN DE52 3701 0050 0136 6005 00,
BIC PBNKDEFFXXX
Die Anmeldungen werden ab Eingang auf dem Konto berücksichtigt. Bei Rücktritt bis 15.8.2017 wird der Tagungsbeitrag erstattet.

Anfahrt

Bernau liegt etwa 20 km nordöstlich von Berlin.
Comfort-Hotel: ab Berlin-Hauptbahnhof U 55 bis Brandenburger Tor, von dort S2 bis Bernau-Friedenstal, dann 10 Minuten Fußweg zum Hotel. [Anfahrt: https://goo.gl/maps/EMZH4fnjgx12]
AWO-Tagungsstätte: S2 bis Bernau Bahnhof (eine Station nach Bernau-Friedenstal), dann 3 Minuten zu Fuß. Die AWO-Tagungsstätte liegt 1,5 km vom Hotel entfernt.

Rahmenprogramm

Am Freitag, den 29.September 2017 ist ein Museumsbesuch oder eine Stadtführung geplant. Anmeldung erforderlich, der Treffpunkt wird noch bekannt gegeben.

Für Freitagabend haben wir in einem Restaurant in Bernau Plätze vorbestellt, Anmeldung erwünscht, Adresse wird noch bekannt gegeben.

74. Jahrestagung – Freundschaft

74. Jahrestagung

29. September – 1. Oktober 2017
Bernau bei Berlin

Untenstehend finden Sie das Programm und die Referenten*innen der diesjährigen Tagung.

Die allgemeinen Information zum Tagungsort und den Kosten finden Sie hier.

Der Mensch ist ein gemeinschaftsorientiertes Wesen („zoon politikon“). Er braucht die emotionale Nähe zu anderen Menschen. Freundschaft als zentrales menschliches Bedürfnis schafft diese Nähe. So benennt der griechische Philosoph Aristoteles Freundschaften als wichtigen Bestandteil eines glücklichen und moralischen Lebens. Auf ihn geht die Unterscheidung in Lust-, Nutzen- und Tugendfreundschaft zurück. Freundschaften werden besungen, „ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt“ (Comedian Harmonists, 1930) und in der Literatur gepriesen. Freundschaften und Freundschaftsnetzwerke vermitteln Schutz und sind soziales Kapital (Bordieu). Sie sind der Anker in einer immer differenzierter werdenden Welt (Tenbruck).
Freundschaft kann im Sandkasten beginnen und ein Leben lang halten. Sie wird freiwillig eingegangen, kann aber auch jederzeit aufgekündigt werden. Ihr Geheimnis besteht darin, dass unter Freunden respektvolle Distanz in der Nähe gewahrt wird. Der Freund ist derjenige, der seine Welt zu verschenken hat und mit dem zusammen man sich eine eigene Welt erschaffen kann. Freundschaft kann jedoch auch ausgrenzen: „In der blitzhaften Übereinstimmung, in der fast reflexhaften Gemeinsamkeit von Sympathien und vor allem der gemeinsamen Aversionen gegen etwas oder jemanden feiert die Freundschaft ihre größten Triumphe“ (Bovenschen 2000).
Freundschaften sind grundsätzlich sehr persönlich und enthalten implizite Regeln: keine Macht voreinander demonstrieren, keine Verträge untereinander schließen, dem Freund gegenüber freizügig sein, ohne eine Gegengabe zu erwarten. Sozialstrukturelle Differenzierungen können bis in die Wahl der Freunde hineineinwirken. „Die Lebenssituation als materielle Grundlage…steckt den Spielraum des (Freundschafts-) Handelns ab.“ (Alleweldt 2017)
Wenn von Freunden gesprochen wird, kann auch ein inflationärer Gebrauch des Begriffs beobachtet werden. Soziologische Analysen zeigen, dass Menschen in Deutschland im Laufe ihres Lebens drei beste Freunde haben. Auf Facebook sind dagegen mehr als 500 „Freunde“ keine Seltenheit. Die Freundschaft zwischen Staaten ist ebenfalls eine zweifelhafte Angelegenheit. So unterschiedliche Politiker wie Machiavelli, Fürst Metternich und George Washington haben davor gewarnt, in der Außenpolitik Gefühle walten zu lassen und auf die Freundschaft von anderen Staaten zu zählen.
Insgesamt ist im öffentlichen und privaten Leben eine Renaissance der Verwendung der Begriffe „Freund/ Freundschaft“ zu beobachten. Deutet dies bereits auf eine stärkere gesellschaftliche Vernetzung und Solidarität in und zwischen Altersgruppen und sogar Staaten hin? Wie leicht oder schwer werden Freundschaften geschlossen? Ist Freundschaft die Antwort auf viele Fragen der heutigen Welt? Soziologen, Philosophen, Natur- und Kulturwissenschaftler versuchen auf der Tagung der ISG in der Diskussion mit den Gästen auf diese Fragen Antworten zu geben.

Dieter Korczak
Vorsitzender ISG

Freitag, 29. September  2017

Im Anschluss an jeden Vortrag findet eine Diskussionsrunde statt.

14:00 Uhr | Tagungseröffnung

14:30 Uhr | „Jede Freundschaft beruht auf  Gemeinschaft“ (Aristoteles) – Antike
Freundschaftsvorstellungen und ihre Bedeutung
Hans-Ulrich Baumgarten, Universität Düsseldorf

15:45 Uhr | Kaffeepause

16:00 Uhr | Wert der Freundschaft in einer komplexen, globalisierten Welt
Dieter Korczak, Bernau bei Berlin

17:30 Uhr | Ende der Sitzung (anschl. Mitgliederversammlung)

Samstag, 30. September  2017

9:30 Uhr | Ein naturwissenschaftlicher Blick auf Freundschaft: Kooperation in der Biologie
Tabea Krieger, Deutsches Krebszentrum, Heidelberg

10:45 Uhr | Kaffeepause

11:00 Uhr | Die Kunst, sich Freunde zu machen
Ghania Ibelaidene, Sinnklang, Berlin

12:15 Uhr | Mittagspause

14:15 Uhr | Geschäftsfreunde – Facebook-Freunde
Johannes Schneider, Student,
Universität Hohenheim

15:15 Uhr | Kaffeepause

15:30 Uhr | Brieffreundschaften
Klaus-Dieter Schult, Philatelisten-Verband Berlin-Brandenburg e. V.

16:45 Uhr | Unterscheiden sich Männer- und Frauen-Freundschaften?
Erika Alleweldt, Humboldt-Universität, Berlin

18:00 Uhr | Ende der Sitzung  (anschl. ab 19 Uhr Gesellschaftsabend)

Sonntag, 1. Oktober  2017

10:00 Uhr | Der Mythos bzw. die Symbolik der Freundschaft in der Musik
Prof. Dr. Thomas Krettenauer, Universität Paderborn

11:30 Uhr | Gibt es Freundschaft zwischen Staaten?
Paul Werner Wagner, Berlin

13:00 Uhr | Ende der Tagung

Referentinnen und Referenten

Erika Alleweldt, promoviert in Sozialwissenschaften mit dem Thema „Die differenzierten Welten der Frauenfreundschaften“ (2011). Derzeit Postdoc Projekt am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität Berlin zum Thema: Sinnkonstruktionen moderner Lebensführung.

Hans-Ulrich Baumgarten, Apl. Professor für Philosophie an der Universität Düsseldorf, Studium der Germanistik, Kath. Theologie und Philosophie, Promotion und Habilitation in Freiburg/Br., wissenschaftlicher Referent für Schule und Weiterbildung sowie Kultur bei der CDU-Landtagsfraktion NRW.

Ghania Ibelaidene, Expertin für Veränderungsmanagement, Mediatorin und Coach für zwischenmenschliche Beziehungen, berät seit über 15 Jahren Unternehmen, Teams und Individuen zu Fragen der Veränderung, Kommunikation und Beziehungen in guten wie in schlechten Zeiten.

Dieter Korczak, Vorsitzender der ISG, ist promovierter Soziologe und Diplom-Volkswirt. Seine Publikationen decken ein breites Spektrum ab: Armut, Geld, Gesundheit, Familie, Medien, Migration, Lebensqualität, Smart World, Überschuldung von Verbrauchern sind seine Themen. Er lebt in Bernau bei Berlin.

Prof. Dr. Thomas Krettenauer, studierte ab 1978 am Leopold-Mozart-Konservatorium in Augsburg Konzertgitarre, Kontrabass und Klavier, ist gegenwärtig Geschäftsführender Leiter des Lehrstuhl für Musik und ihre Didaktik, Universität Paderborn, Fakultät für Kulturwissenschaften/Fach Musik. Seit 2005 leitet er den neu geschaffenen Bachelor/Masterstudiengang „Populäre Musik und Medien“.

Tabea Krieger, studierte Biologie und Biophysik in Mainz und Heidelberg und promovierte mit einer interdisziplinären Arbeit am Deutschen Krebsforschungszentrum und an der Ruprecht Karls Universität Heidelberg im Bereich Biophysik. Sie arbeitet mittlerweile im Bereich der klinischen Forschung.

Johannes Schneider, nach dem Abitur Ausbildung zum Bankkaufmann. Seit 2015 Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim. Vorstandsvorsitzender des mit 600 Mitglieder größten akademischen Banken-und Börsenvereins Deutschlands, das „Kreditwirtschaftliche Colloquium Hohenheim e.V.“.

Klaus-Dieter Schult, bis 1993 als promovierter Literaturwissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin, danach in verschiedenen Berufen tätig, zuletzt als Gymnasiallehrer. Vorsitzender des Philatelisten-Verbandes Berlin-Brandenburg e. V.

Paul Werner Wagner, Literaturwissenschaftler, Kulturmanager und Schachfunktionär. Vorsitzender der Emanuel Lasker Gesellschaft und der Friedrich-Wolf-Gesellschaft. Autor und Herausgeber mehrerer Bücher.