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63. Jahrestagung – Alles Nano, oder was?

Alles Nano – oder was?

Nanotechnologie: Anwendungen, Erwartungen und Auswirkungen auf die Gesellschaft

6.-8. Oktober 2006
München


Allgemeine Information

Schon heute ist überall Nanotechnologie vorhanden, ohne dass man sich dessen bewusst ist. Experten sagen ihr eine große Zukunft voraus: Bis ins Jahr 2015 werde die Nanotechnologie alle Industriebereiche beeinflussen, wenn nicht gar grundlegend verändern.
„Nano“ (griech.: Zwerg) werde uns nicht nur die Welt der allerkleinsten Dinge erschließen, sondern biete auch geradezu revolutionäre Möglichkeiten in der Elektronik, der Chemie, im Automobilbau, in der optischen Industrie oder im Gesundheitsbereich. Materie könnte vollkommen programmierbar werden. Solche bislang ungeahnten Wachstumsmärkte gelte es zu sichern und in entsprechende Forschung zu investieren. Gleichwohl gibt es auch weniger euphorische Stimmen: Würden an sich harmlose Stoffe zu ultrafeinen, nur einen millionsten Teil eines Millimeters kleinen Nanopartikeln umgewandelt, dann würden diese toxisch, und Mensch wie Umwelt schädigen.
Ethische und gesellschaftliche Folgen des verstärkten Einsatzes der Nanotechnologie sind bisher kaum erforscht worden. Dies betriff z.B. die Veränderung des Menschenbildes, der Körpergrenzen und des Verhältnisses Mensch/Maschine. Auch Fragen der Privatsphäre und des Datenschutzes werden hier berührt. Zu klären bleibt auch, welchen Handlungsbedarf militärische Anwendungen der Nanotechnologie mit sich bringen.
Nanotechnologie – also eine Zukunftstechnologie, mit der sich größte Hoffnungen, aber auch ebensolche Vorbehalte verbinden? Mit solchen kontroversen Positionen wollen wir uns auf unserer 63. Jahrestagung beschäftigen – mit dem Ziel, mehr Transparenz hinsichtlich der Erwartungen, Anwendungen und Auswirkungen der Nanotechnologie zu erreichen.


PROGRAMM

Freitag, 6.10.2006

13.30 Uhr Begrüßung
Tagungseröffnung und kurze Einführung durch den 1. Vorsitzenden Dr. Dieter Korczak

14.00 Uhr Wolf-Michael Catenhusen
Politische Ziele der Förderung der Nanotechnologieforschung in Deutschland
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat den Grenzbereich zwischen Nano- und Biotechnologie seit dem Jahr 2002 mit mehr als 65 Millionen Euro gefördert. Durch die Förderung soll das Potenzial dieser Technologie ausgeschöpft und umgesetzt werden, um Deutschland in diesem Bereich international eine Führungsposition zu verschaffen.

15.00 Uhr Prof. Dr. Anton Lerf
Was ist Nano? Einführung in die Welt der kleinen Dimensionen
„Nanotechnologie“ steht für Allerneuestes und Innovatives – aber auch für Altes und Wohlbewährtes: Ob Milch, Majonaise, Sahnehauben, Kosmetika oder Autolacke, alles ist angewandte Nanotechnologie. Was ist also wirklich neu an dieser vermeintlich neuen Schlüsseltechnologie?

16.30 Uhr Prof. Dr. Bianca Hermann
Moleküle unter der Lupe. Einblicke in die Nanowelt mit modernen mikroskopischen Methoden
Die Rastertunnelmikroskopie samt ihrer Varianten eröffneten in den 80er Jahren eine völlig neue Dimension: Strukturen und Prozesse konnten jetzt auf atomarer Ebene unter normalen Umgebungsbedingungen studiert werden. Damit lassen sich inzwischen auch einzelne Moleküle „handhaben“. Steht uns also sogar eine Konstruktion „Atom für Atom“ bevor?

18.00 Uhr Mitgliederversammlung und Vorstandswahl


Samstag, 7.10.2006

9.30 Uhr Prof. Dr. Christoph Strunk
Elektronik vom Allerkleinsten
PC und Laptop sind um Größenordnungen leistungsfähiger als die riesigen Rechenmaschinen auf Röhrenbasis aus den 50er Jahren. Diese Leistungssteigerung war möglich durch die Transistoren und deren konsequenter Verkleinerung bei gleichzeitiger Erhöhung der Packungsdichte.
Doch dieser Trend stößt zunehmend an physikalische Grenzen – was kommt also als nächstes?

10.30 Uhr Prof. Dr. Rolf Eckmiller
Blinde werden wieder sehend! Von der Neuroprothetik zu Mensch-Maschine Symbiosen?
Es gibt in Westeuropa 600.000, die bereits blind sind oder es werden, weil in ihrer Netzhaut die Photorezeptoren degenerieren. Da das zentrale Sehsystem bei dieser Gruppe noch funktionsfähig ist, wird durch ein Retinaimplantat mit einer Mikrokontaktfolie versucht, Sehwahrnehmungen herzustellen. Dies ist nur eines von vielen Beispielen für den Einsatz von interaktiven Bio-Tech-Systemen.

12.00 Uhr Dr. phil. Andreas Loesch
Nanoroboter und Mini-U-Boote. Mediale Vermittlung nanomedizinischer Visionen
Die Verheißungen und Visionen einer zukünftigen Nanomedizin werden sowohl innerhalb der „Science community“ als auch gegenüber der breiten
Öffentlichkeit über Metaphern und Bilder vermittelt. Welche Bilder werden hier in den Medien benutzt und wie haben sich diese Bilder in den letzten Jahren verändert?

13.00 Uhr Mittagpause

15.00 Uhr Dr. Jürgen Altmann
Die Anwendung der Nanotechnologie zur Entwicklung neuer Waffensysteme
In den letzten Jahren ist die militärische Forschung und Entwicklung zum Einsatzbereich sehr kleiner Elektronik zB. in Brillen, Uniformen und Munition erheblich gesteigert worden. Die Entwicklung solcher neuartigen Waffen kann zur Aushöhlung vorhandener Rüstungskontrollverträge und zur Destabilisierung der militärischen Lage führen.

16.15 Uhr Dr. Astrid Schwarz
Alles Science Fiction? Stanislaw Lems wilde und liederliche Naturen
Der in diesem Jahr verstorbene polnische Sciencefiction-Autor und Technikphilosoph ist der erste Visionär der jetzt am Horizont aufscheinenden Nanobiotechnologie. Aber seine „Geschöpfe“ könnten eher Albträumen entsprungen sein, die die ‚Nano-Welt’ in einem weniger rosigen Licht erscheinen lässt.

19.00 Uhr Geselliger Abend


Sonntag, den 8.10. 2005

10.00 Uhr Stefan Gammel
Wie passt Nanotechnologie in die Gesellschaft?
Das Verhältnis von Nanotechnologie und vorgestellter gesellschaftlicher Struktur gehört zu den zentralen Elementen der Visionen der Nanotechnologie. Wie nachhaltig ist diese Technologie, mit welchen gesellschaftlichen Auswirkungen muss gerechnet werden, welche Chancen und welche Risiken ergeben sich?

11.30 Uhr Prof. Dr. Alfred Nordmann
Wohin geht die Reise? Gesellschaftliche Implikationen der Nanotechnologie
Im Fall der „Nanotechnologie“ wird eine Wissenschafts- und Technikentwicklung von der Wissenschaftsphilosophie in statu nascendi verfolgt – nicht zuletzt deshalb, um Anregungen für deren Gestaltung zu geben. Ein Anzeichen einer „reifen“ Demokratie?

13.00 Uhr Tagungsende


REFERENTEN

Wolf-Michael Catenhusen Studium in Latein, Geschichte und Sozialwissenschaften an den Universitäten Göttingen und Münster, 1989 –2002 Mitglied des Deutschen Bundestages, SPD-Bundestagsfraktion, 1987 – 1994 Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Forschung und Technologie, 1998 – 2005 Parlamentarischer Staatssekretär, dann Staatssekretär des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Prof. Dr. rer. nat. Anton Lerf Chemiestudium, seit 1976 tätig im Walther-Meißner-Institut der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, seit 2003 apl. Professur an der TU München, Beirat für Naturwissenschaften der Interdisziplinären Studiengesellschaft.

Prof. Dr. rer. nat. Bianca Hermann Studium in Karlsruhe und an der Oregon State University, 1998 – 2000 Liebig-Stipendiatin beim Fond der Chemischen Industrie, seit 2003 Professur für Experimentalphysik an der LMU München, Leiterin der Abteilung für Rastertunnelspektroskopie am Walther-Meißner-Institut für Tieftemperaturphysik .

Prof. Dr. Christoph Strunk Studium in Karlsruhe, Forschungsaufenthalte in Belgien und in der Schweiz, seit 2000 Professur an der Universität Regensburg, Institut für Experimentelle und Angewandte Physik.

Prof. Dr.-Ing. Rolf Eckmiller Studium in Berlin und Berkeley, 1978 – 1992 Professur an der Universität Düsseldorf für Biokybernetik, seit 1992 Professur an der Universität Bonn und Leitung der Abteilung Neuronale Computerwissenschaften. Seit 1991 leitet er eine internationale Forschungsinitiative für Neurotechnologie. Er hält verschiedene US Patente in dem Bereich.

Dr. phil. Andreas Lösch Studium der Soziologie an der FU Berlin, Postdoktorand am Graduiertenkolleg „Technisierung und Gesellschaft” an derTechnischen Universität Darmstadt, seit 2003 Leiter desDFG- Forschungsprojektes „Räume der medizinischen Mikro- und Nanotechnologie” am Institut für Soziologie der TUD.

Dr. rer. nat. Jürgen Altmann Studium der Physik, 1988 Gründung des „Bochumer Verifikationsprojekt“, das sich mit technischen Lösungen zur Überwachung von Abrüstungs- und Friedensabkommen beschäftigt. Hat im Fachbereich Physik der Universität Dortmund das von der Deutschen Stiftung Friedensforschung geförderte Projekt „Präventive Rüstungskontrolle und Nanotechnologie“ bearbeitet.

Dr. phil. Astrid Schwarz Studium der Biologie, Philosophie und Ethnologie in Gießen, Freiburg, Konstanz und Corté, Post-Doc in Paris, seit 2002 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie in Darmstadt.

M.A. Stefan Gammel Studium der Philosophie, Anglistik und Germanistik in Stuttgart und Liverpool, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Interfakultären Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen, Projektleiter „Visionen der Nanotechnologie“.

Prof. Dr. phil. Alfred Nordmann Studium in Tübingen, Hamburg und an der Columbia University, danach Associate Professor am Department of Philosophy der University of South Carolina, seit 2002 Professur für Wissenschaftsphilosophie und Wissenschaftsgeschichte an der TUDarmstadt. Vorsitzender der Lichtenberg-Gesellschaft, seit 2004 Berichterstatter der EU Expertengruppe „Converging Technologies“.

Dr. Dieter Korczak ist Soziologe, 1. Vorsitzender der Intersiziplinären Studiengesellschaft e.V (ISG) und Leiter der GP-Forschungsruppe in München.

62. Jahrestagung – Geld und andere Leidenschaften

25.-27. September 2005
Görlitz


Allgemeine Information

Geld ist ein Tauschmedium, das dem menschlichen Bereich vorbehalten ist. Tiere kennen kein Geld. Tiere sind Instinktwesen, sie kennen deshalb auch keine Leidenschaften.
Geld und Leidenschaften gehören eng seit Anbeginn der menschlichen Geschichte zusammen. Es ist unwesentlich, welche dingliche Form Geld im Verlauf der Geschichte angenommen hat. Von Muscheln und über Münzprägungen bis zur heutige Form des
elektronischen Zahlungsverkehrs ist Geld immer ein Tauschwert gewesen, der sich nur durch gegenseitige Überzeugungen materialisiert hat.
Die Sichtweise des Geldes als zentralen Glücksbringer durchdringt heute alle Gesellschaftsschichten und gesellschaftliche Sphären. Geld erfährt eine Wertschätzung ohnegleichen. Es symbolisiert grenzenlosen Reichtum und schafft unendliche Leiden. Überschuldung, Bankrott, seelischer Ruin gehören ebenso zum Geld wie Glamour, Macht und Prestige. Die 62. Jahrestagung hat sich zum Ziel gesetzt, diese Zusammenhänge aufzudecken und zu reflektieren. Es geht letztlich darum, einen entspannten Zugang
zum Geld und zu der mit Besitz verbundenen sozialen Verantwortung zu finden, der glücklich macht und nicht ins Unglück führt.

Sonntag, den 8.10. 2005

10.00 Uhr Stefan Gammel
Wie passt Nanotechnologie in die Gesellschaft?
Das Verhältnis von Nanotechnologie und vorgestellter gesellschaftlicher Struktur gehört zu den zentralen Elementen der Visionen der Nanotechnologie. Wie nachhaltig ist diese Technologie, mit welchen gesellschaftlichen Auswirkungen muss gerechnet werden, welche Chancen und welche Risiken ergeben sich?

11.30 Uhr Prof. Dr. Alfred Nordmann
Wohin geht die Reise? Gesellschaftliche Implikationen der Nanotechnologie
Im Fall der „Nanotechnologie“ wird eine Wissenschafts- und Technikentwicklung von der Wissenschaftsphilosophie in statu nascendi verfolgt – nicht zuletzt deshalb, um Anregungen für deren Gestaltung zu geben. Ein Anzeichen einer „reifen“ Demokratie?

13.00 Uhr Tagungsende


REFERENTEN

Eske Bockelmann hat Klassische Philologie und Germanistik studiert. Zur Zeit lehrt er an der Technischen Universität Chemnitz und
hat 2004 das Buch „Im Takt des Geldes“ veröffentlicht.
Christoph Deutschmann lehrt Soziologie an der Universität Tübingen,hat zahlreiche Veröffentlichungen zu soziologischen Aspekten
des Umganges mit Geld und 2002 den Band „Die gesellschaftliche Macht des Geldes“herausgegeben.

Helmwart Hierdeis lehrt Pädagogik an der Universität Innsbruck, ist Gründungsdekan der Fakultät für Bildungswissenschaften Brixen der Freien Universität Bozen, Psychoanalytiker, Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur Bildungsgeschichte und zu pädagogischen Problemen.

Dieter Korczak ist Soziologe, 1. Vorsitzender der ISG und Leiter der GP Forschungsgruppe in München. Seine Arbeiten zur Überschuldung privater Haushalte sind für den 1. und 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung herangezogen worden.

Monika Kritzmöller hält in St. Gallen Vorlesungen in Marketing unter besonderer Berücksichtigung des Kundenverhaltens und berät
Unternehmen in ihrem Institut für Lebensstilforschung im Allgäu.

Gerd Leidig ist Apotheker und Wissenschaftsjournalist und hat gemeinsam mit Andrea Tichy 2003 den Band „Happy Money“ veröffentlicht.

Frank Müller, promovierter Betriebswirt der Universität St. Gallen, ist Präsident und CEO der Glashütter Uhrenbetrieb GmbH und Mitglied der erweiterten Konzernleitung der Swatch Group AG.

Michael-Burkhard Piorkowsky lehrt an der Universität Bonn Haushalts- und Konsumökonomik und hat für das Bundesfamilienministerium 17 Projekte zur Armutsprävention koordiniert.

Ludwig Poullain ist Bankkaufmann und jetzt Privatier. Er war der erste Vorstandsvorsitzende der WestLB bis 1977 und von 1967 bis 1972 Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. 2004 hat er sich in einer der FAZ veröffentlichten ungehaltenen Rede zur Redlichkeit der Bänker geäußert.

Sigga Speit ist ausgebildete Mediatorin und studiert Psychologie an der Humboldt-Universität Berlin.

Michael Wilken
, Kölner Volkswirt, Medizinsoziologe, Mediator. Er ist Leiter der KIK GmbH, die Coaching- und Training zu den Themen Konflikt, Stressbewältigung und Suchterkrankung durchführt.

61. Jahrestagung – Autonomie und Manipulation – der Mensch als Subjekt, der Mensch als Objekt

24.-26. September 2005
Campus Fichtenhain, Krefeld


Allgemeine Information

Es ist sicher nicht übertrieben zu behaupten, dass die Autonomie des Individuums bedroht ist. Manipulationen des Menschen gab es zwar schon immer, aber noch nie ist das Individuum derart umfassend Gegenstand der Beeinflussung gewesen. Die Möglichkeiten haben sich durch die Globalisierung, durch die Digitalisierung der Informationsvermittlung, durch den Sicherheits- und Kontrollanspruch der Staaten und der multi-nationalen Großkonzerne, durch auf Konsum und wirtschaftliches Wachstum ausgerichtete Volkswirtschaften vervielfältigt. Das einzelne Individuum sieht sich einer Informationsüberflutung ausgesetzt, die mehr Intransparenz als Transparenz schafft. Die Orientierung in einer sich immer schneller drehenden Welt wird immer schwieriger, die Maßstäbe für das echte, das richtige Sein verblassen und verlieren sich. Die allgegenwärtige Manipulation gefährdet die personale und soziale Autonomie des einzelnen Menschen.
Die ISG will mit dieser Tagung gegen den Schwindel wirken, eine Schneise für Klarheit und authentisches Leben schlagen. Sie will durch die Vorträge Wissen über die verschiedenen Manipulationstechniken und Felder der Manipulation schaffen. Sie will die Notwendigkeit privater Schonräume bestärken, die zu den unverzichtbaren Entwicklungsvoraussetzungen einer lebenswerten Zivilgesellschaft gehören.


PROGRAMM

Freitag, 24. September 2004

14.00 Uhr Tagungseröffnung durch den 1. Vorsitzenden, Dieter Korczak
Grußwort Jörg Baltzer

14.30 Uhr Freiheit und Autonomie
Philosophische Betrachtungen zum Menschenbild
der Moderne
Hans-Ulrich Baumgarten, Düsseldorf

15.45 Uhr Die Entwicklung zur autonomen Persönlichkeit
Pädagogisch-psychologische Überlegungen
Marianne Soff, Karlsruhe

17.00 Uhr Entwicklungsaufgaben in Familien und ihre Darstellung in Lebenserzählungen
Dieter Fuchs, Freiburg

18.00 Uhr Mitgliederversammlung


Samstag, 25. September 2004

9.30 Uhr Düfte und andereTechniken der Manipulation
Ingelore Ebberfeld, Bremen

10.30 Uhr Die Manipulation der Medien und der öffentlichen Meinung durch Public Relations
Jan Tonnemacher, Eichstätt

11.30 Manipulation in der und durch die Politik
Herta Däubler-Gmelin,Berlin
12.30 – 14.00 Uhr Mittagpause
14.00 Uhr Bio- und gentechnische Manipulationen
Therese Neuer-Miebach, Frankfurt

15.00 Uhr Körperformung und Manipulation in verschiedenen Kulturen
Aglaja Stirn, Frankfurt

16.00 Uhr Weckt oder deckt Werbung Bedürfnisse?
Helmut Albrecht, Düsseldorf

19.00 Uhr Gesellschaftsabend der ISG


Sonntag, 26. September 2004

10.00 Uhr Wieviel Manipulation braucht der Mensch? Zivilcourage als Antwort
Dieter Korczak, München

11.00 Uhr Attac – Gesellschaftlicher Widerstand gegen Manipulation
Peter Schönhöffer, Münster

12.00 Uhr Schlussdiskussion

13.00 Uhr Tagungsende

60. Jahrestagung – Medizinischer Fortschritt

MEDIZINISCHER FORTSCHRITT:

ZWISCHEN VERHEISSUNG UND RISIKO

10.-12. Oktober 2006
München


Allgemeine Information

Die großartigen Fortschritte der Medizin sind von dem Begriff „Technik“ nicht zu lösen: die Transplantations- und Mikrochirurgie, die Nuklearmedizin, die „künstliche Niere“,
der Herzschrittmacher, der Computertomograph, die subtilen diagnostischen Verfahren, die In-vitro- Fertilisation, die Entschlüsselung des menschlichen Genoms, die Verknüpfung
von Informatik und Fernmedizin zur Telematik, die Erhaltung menschlichen Lebens und Heilung in fast auswegslosen Lagen.
Und dennoch: in den letzten Jahren ist ein wachsendes Unbehagen gegenüber der technischen Medizin spürbar, und zwar bei allen Betroffenen. Fernöstliche Heilmethoden, Kräuterkunde, Homöopathie gewinnen immer mehr Anhänger. Krankheiten wie AIDS und SARS zeigen die Grenzen medizinischen Handelns. Die Fortschrittszuversicht ist gebrochen, viele Menschen glauben nicht mehr an eine lineare Entwicklung der Medizin mit zwangsläufiger Verbesserung der Lebensqualität und Steigerung der Lebensfreude.
Der medizinische Fortschritt steht zur Diskussion. Was vermag er zu leisten ? Wo liegen seine Grenzen und Risiken? Was kostet er uns? Wer treibt ihn voran?


PROGRAMM

FREITAG • 10.10.2003

13.00 Registrierung

14.00 Begrüßung und Einführung
Dr. Dieter Korczak, 1. Vorsitzender

14.15 Lebens(un)lust : Möglichkeiten und Grenzen medizinischer Therapieansätze
Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Möller, Psychiater, LMU München (anschl. Diskussion)

15.30 Was ist Gesundheit, Was ist Krankheit ? Ein geschlechtersensibles, biopsycho-soziales Votum
Prof. Dr. med. Cornelia Krause-Girth, Psychotherapeutin, FH Frankfurt (anschl. Diskussion)

16.30 Pause

16.45 Medizinischer Fortschritt im Spannungsfeld wirtschaftlicher Interessen, medizinischer Orientierungen und politischer Absichten
Prof. Dr. med. Friedhelm Wilh. Schwartz, Sozialmediziner, MH Hannover (anschl. Diskussion)

18.00 Mitgliederversammlung

SAMSTAG • 11.10.2003

9.30 Eine Hand voll Leben – Möglichkeiten und Grenzen der Perinatalmedizin am Beispiel der Frühgeburtlichkeit
Prof. Dr. med. Jörg Baltzer, Gynäkologe, Klinikum Krefeld (anschl. Diskussion)

10.45 Zukunftsweisende Entwicklungen in der Gerätemedizin
Tom Miller, Leiter Business Development, Siemens Med (anschl. Diskussion)

12.00 – 13.30 Mittagspause

13.30 Krebserkrankungen : Hoffnung durch neue Therapieformen
PD Dr.med. Cornelia Höss, Gynäkologin, KKH Ebersberg (anschl. Diskussion)

14.30 Anti-Aging Medizin zur Verbesserung der Lebensqualität im Alter
Prof. Dr.med. Werner Sack, Internist, München (anschl. Diskussion)

15.30 Pause

16.00 Wie viel muss ich für die Gesundheit tun ?
Prof. Dr. theol. et phil. Waldemar Molinski, Moraltheologe, Uni Wuppertal (anschl. Diskussion)

17.00 Die Rolle der östlichen Heilkunst in der westlichen Medizin, Dr.med. Walburg Maric-Oehler, Ärztin, Bad Homburg (anschl. Diskussion)

19.30 Geselliger Abend

SONNTAG • 12.10.2003

10.00 Podiumsdiskussion
Welche Ziele hat der medizinische Fortschritt?
Moderatorin: Dr. med. Marianne Koch
Teilnehmer:
– Dr. Thomas Strüngmann, Vorstand, HEXAL AG
– Dr. Hans-Peter Studer, Berater für Komplementärmedizin der Schweizer Regierung
– Dr. Andreas Hofmann, Facharzt für Allgemeinmedizin
– Ministerialrat Dr. Gottfired Dietzel, Referatsleiter für Telematik im Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung
(Ende 13.00 Uhr)


REFERENTEN

Prof. Dr. med. Jürgen Baltzer, Direktor der Frauenklinik des Klinikum Krefeld

Priv.Doz. Dr. med. Cornelia Höß, Chefärztin der Abtlg. für Gynäkologie und Geburtshilfe der Kreisklinik Ebersberg

Dr.med. Marianne Koch, Internistin, Fernseh- und Rundfunkmoderatorin, Tutzing

Dr.rer.pol. Dieter Korczak, Leiter des Instituts für Grundlagen- und Programmforschung München und 1. Vorsitzender der Interdisziplinären Studiengesellschaft

Prof. Dr. med. Cornelia Krause-Girth, enge Mitarbeiterin des verstorbenen Frankfurter Gruppentherapeuten Michael-Lucas Moeller

Thomas Miller, Leiter Business Development, Siemens Medical Solutions Erlangen

Prof. Dr. theol. et phil. Waldemar Molinski SJ, Universität Wuppertal

Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Möller, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der LMU München

Prof. Dr.med. Werner Sack, Vorstand der Deutschen Anti-Aging Gesellschaft

Prof. Dr.med. Friedrich Wilhelm Schwartz, Direktor der Abtlg. Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Medizinischen Hochschule Hannover, ehemaliger Vorsitzender des Sachverständigenrates des Bundesgesundheitsministeriums

Dr. med. Walburg Maric-Oehler, 1. Vorsitzende der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur, Bad Homburg

59. Jahrestagung – Bildungs- und Erziehungskatastrophe?

27. – 29.09.2002
Neuss am Rhein


PROGRAMM

Freitag, 27. September 2002

ab 13.30 Uhr: Anmeldung und Registrierung der Tagungsteilnehmer

14.00 Uhr: Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden der ISG, Dr. Dieter Korczak
Eröffnung der Tagung durch den Landrat des Kreises Neuss, Dieter Patt

Session I: Bildungsziele für das 3. Jahrtausend

14.30 Uhr: Eröffnungsreferat
1. „Über die Bedeutung der Bildung in einer sich wandelnden Gesellschaft – Alte und neue Werte“; Helmwart Hierdeis, Innsbruck

15.15 Uhr: Diskussion

15.45 Uhr: Kaffeepause

16.00 Uhr: 2. „Bildung und Werte“; Jürgen Rüttgers, Düsseldorf

16.30 Uhr: Diskussion

17.00 Uhr: 3. „Die erforderlichen Bildungsqualifikationen für die Moderne“; Jeannette von Ratibor, Stuttgart

17.30 Uhr: Diskussion

18.00 Uhr: Ende der Freitagssession

18.00 – 18.15 Uhr: Pause

18.15 Uhr: Mitgliederversammlung, Gäste sind herzlich willkommen

ab 20.00 Uhr: Zwangloses Treffen zum Essen und Ratschen. Das Restaurant wird auf der Tagung bekannt gegeben.
Samstag, 28. September 2002

Session II: Erziehungsziele und Elternkompetenz

09.30 Uhr: 4. „Gewalt in der Gesellschaft, in den Schulen, in der Familie: Plädoyer zur Stärkung der Bindungsfähigkeit“;Gerhard J. Suess, Norderstedt

10.15 Uhr: Diskussion.

11.00 Uhr: 5. „Wege aus der Erziehungskatastrophe: Stärkung der elterlichen Kompetenz“; Sigrid Tschöpe-Scheffler, Köln

11.45 Uhr: Diskussion.

12.30 Uhr: Ende der Vormittagsveranstaltung

Mittagspause
Session III: Die moderne Schule – Konsequenzen aus PISA

14.00 Uhr: 6. „Neurogene und psychogene Lernstörungen“; Reinhard Schydlo, Düsseldorf

14.30 Uhr: Diskussion

15.00 Uhr: 7. „Wirtschaftliche Allgemeinbildung in den Schulen“; Michael Burkhard Piorkowsky, Bonn

15.30 Uhr: Diskussion.

16.00 Uhr: Kaffeepause.

16.15 Uhr: 8. „Forderungen an eine Schule von Morgen. Die Stimme des Praktikers“; Ernst von Borries, München

17.00 Uhr: Diskussion.

17.45 Uhr: Ende der Samstagssession.

19.30 Uhr: Geselliger Abend für Mitglieder und Gäste im Hotel Dorint.

Sonntag, 29. September 2002

Moderation: Friedhelm Ruf, Neuss-Grevenbroicher Zeitung

Podiumsdiskussion

10.00 Uhr: 9. „Wie soll denn jetzt das bessere, zukunftsfähige Erziehungs- und Bildungsmodell aussehen?“; Teilnehmer: Schüler, Lehrer, Medienexperten, Unternehmer, Bildungspolitiker und Referenten.

13.00 Uhr: Ende der Tagung


REFERENTEN

Prof. Dr. phil. Helmwart Hierdeis, 1968 wissenschaftlicher Assistent an der Pädagogischen Hochschule Bamberg, 1974 Professor für Pädagogik an der Universität Erlangen-Nürnberg, seit 1981 Professor für Pädagogik an der Universität Innsbruck. 1998 bis 2001 Gründungsdekan der Fakultät für Bildungswissenschaften Brixen der Freien Universität Bozen. Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur Bildungsgeschichte (z. B. Reformpädagogik, Sozialistische Pädagogik) und zu pädagogischen Problemen (www.uibk.ac.at); u. a. zusammen mit Th. Hug: „Pädagogische Alltagstheorien und erziehungswissenschaftliche Theorien“, 2. Aufl. 1996; mit Th. Hug (Hg.): „Taschenbuch der Pädagogik“ (mit der ersten CD-ROM Pädagogik im deutschsprachigen Raum), 5.Aufl. 1997 und als Hg. :„Lieber Franz! Mein lieber Sohn!“ Antworten auf Franz Kafkas „Brief an den Vater“, 2. Aufl. 1997.

Dr. rer. pol. Dieter Korczak, Soziologe, 1. Vorsitzender der Interdisziplinären Studiengesellschaft, Leiter des Instituts für Grundlagen- und Programmforschung, München. Autor und Herausgeber mehrerer Bücher zu Gesundheit, Lebensqualität und Familie (www.gp-f.com).

Prof. Dr. rer. pol. Michael Burkhard Piorkowsky, Professor für Haushalts- und Konsumökonomik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Koordinator von 17 Projekten zur Armutsprävention (www.lbwl.uni-bonn.de).

Dr. Jürgen Rüttgers, stellvertretender Bundesvorsitzender der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU), Landesvorsitzender der CDU in Nordrhein-Westfalen und Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion in NRW. Von 1994 – 1998 Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie.

Friedhelm Ruf, stellvertretender Chefredakteur der Beuss-Grevenbroicher-Zeitung (www.ngz-online.de).

Dr. med. Reinhard Schydlo, niedergelassener Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, für Kinderheilkunde und Psychotherapeutische Medizin in Düsseldorf.

Dr. phil. Gerhard J. Suess, Diplom-Psychologe, Kinder- und Jugendpsychotherapeut, Leiter der Beratungsstelle für Eltern und Kinder von Null bis Drei in Hamburg. Herausgeber von „Bindungstheorie und Familiendynamik“, 2001 (www.bindungstheorie.de) sowie „Frühe Hilfen“, 1999.

Prof. Dr. phil. Sigrid Tschoepe-Scheffler, Professorin für Sozialpädagogik an der Fachhochschule Köln, wissenschaftlicher Beirat des Deutschen Kinderschutzbundes, 2. Vorsitzende der Janusz-Korczak-Gesellschaft, Autorin von „Kinder brauchen Wurzeln und Flügel-Erziehung zwischen Bindung und Autonomie“, 1999 (www.sw.fh-koeln.de).

Studiendirektor i. P. Ernst von Borries, Leiter des Obermenzinger Gymnasiums, Mitautor der „Deutschen Literaturgeschichte“ im DTV-Verlag, Band 1-5 (www.obermenzinger.de).

Dr. oec. HSG Jeannette von Ratibor, Managerin der Boston Consulting Group, Leiterin der Studie „Die Zukunft bilden – eine gemeinsame Aufgabe für Schule und Wirtschaft“ (www.bcg.de/publikationen/studien/zukunft.asp).

58. Jahrestagung – Rummel, Ritus, Religion

Rummel, Ritus, Religion

Ästhetik und Religion im gesellschaftlichen Alltag

5.-7. Oktober 2001
Kiel


PROGRAMM

Freitag, 05. Oktober 2001

ab 13.30 Uhr: Registrierung der Tagungsteilnehmer

15.00 Uhr:
1.Philosophische Überlegungen zum Verhältnis von Ästhetik und Religion
Hans-Ulrich Baumgarten, Philosoph, Freiburg im Breisgau

16.30 Uhr:
2. „Bildersturm und Bildverehrung – Die Bedeutung des Zweiten Gebotes im Medienrummel“
Waldemar Molinski, SJ, Theologe, Wuppertal

18.00 – 18.15 Uhr: Pause

18.15 Uhr: Mitgliederversammlung, Gäste sind herzlich willkommen

ab 20.00 Uhr: Zwangloses Treffen zum Essen und Ratschen. Das Restaurant wird auf der Tagung bekannt gegeben.

Samstag, 06. Oktober 2001

09.30 Uhr:
3.Ritus und Religion in der Werbung
Eckart Gottwald, Religionspädagoge, Berlin

11.00 Uhr:
4.Sakraltourismus und Geomantik – Zur Attraktivität von Maystik, Magie und Esoterik
Hartmut Rosenau, Evangelischer Theologe, Kiel

12.30 Uhr: Ende der Vormittagsveranstaltung

Mittagspause

14.00 Uhr:
5.Stadtbilder – die Präsenz des Religiösen in der Architektur
Horst Schwebel, Kirchenbau, Marburg

6.Orte ritueller Kommunikation
Christiane Pantke, Berlin

19.00 Uhr: Geselliger Abend im „Kieler Kaufmann“ für Mitglieder und Gäste.

Sonntag, 07. Oktober 2001

09.30 Uhr:
7. „Der Mensch ist, was er isst – Die religiöse Kunst der Ernährung im Judentum“
Nathan Peter Levinson, Jüdischer Theologe, Tel Aviv

8. „Die rituelle Inszenierung von Kunst und Politik, der Verlust von Sinn und der Stellenwert von Religion“

Podiumsdiskussion mit den Referenten, Vertretern der Kirchen und dem Kulturamt Kiel.

ca. 13.00 Uhr: Ende der Tagung


REFERENTEN

Privatdozent Dr. phil. Hans-Ulrich Baumgarten, Privatdozent für Philosophie, lehrt an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Seine Forschungsgebiete liegen in der antiken Philosophie sowie der Erkenntnis- und Handlungstheorie.

Privatdozent Dr. theol. Eckart Gottwald, vertritt gegenwärtig die Professur für Religionspädagogik an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin. Im vergangenen Jahr wurde von ihm die „Didaktik der Religion“ veröffentlicht.

Rabbiner Prof. emer. Dr. h. c. Nathan Peter Levinson, ist Mitglied der Rabbinerkonferenz der Bundesrepublik Deutschland, Autor zahlreicher Werke und Buchbeiträge über religiöse und jüdische Themen. Die Gründung der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg geht auf ihn zurück. Jetzt lebt er in Tel Aviv und auf Mallorca.

Prof. Dr. Dr. Waldemar Molinski SJ, vertritt gegenwärtig den Lehrstuhl für Katholische Moraltheologie und Christliche Sozialethik an der Ludwigs-Maximilians-Universität München.

Dr. Christiane Pantke lehrt am Institut für Religionswissenschaft der Freien Universität Berlin.

Prof. Dr. phil. Hartmut Rosenau, ist Direktor des Institutes für Systematische Theologie und Sozialethik an der gastgebenden Christian-Albrechts-Universität in Kiel und hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt mit theologischer Ästhetik beschäftigt.

Prof. Dr. Horst Schwebel, leitet das Institut für Kirchenbau und Kirchliche Kunst der Gegenwart an der Philipps-Universität in Marburg.

57. Jahrestagung – Das schöne, neue Leben

Das schöne, neue Leben.

Entwürfe für eine bessere Welt

29.09. – 01.10.2000
Konstanz


Allgemeine Information

Die verwirklichte Wohlstandsgesellschaft, die Aldous Huxley in seinem 1932 erschienenen Buch „Brave new world“ beschrieb, ist eine Gesellschaft mit einem Kastensystem, künstlicher Geburtenproduktion, Gedankenkontrolle, Glücksdrogen und dummen Unterhaltungsspielen. In dieser Gesellschaft sind zwar Unruhe, Elend und Krankheit überwunden, aber auch Freiheit, Religion, Kunst und Humanität auf der Strecke geblieben. Ein Szenario, das heute eine erschreckende Aktualität gewonnen hat. Ist das die Welt, in der wir zukünftig leben wollen? Oder gibt es andere Visionen und Entwürfe für unsere Zukunft? Wie könnte das schöne, neue Leben aussehen? Die 57. Jahrestagung der ISG will darauf Antworten geben.


PROGRAMM

Freitag, 6.10.2006

Freitag, 29. September 2000, Kulturzentrum Konstanz, Wolkensteinsaal

14.00 Uhr Registrierung der Tagungsteilnehmer

14.15 Uhr Grußwort von Horst Frank, Oberbürgermeister von Konstanz

14.30 Uhr 1. Einführung

„Zur Zeit als das Buch verfasst wurde, war dieser Gedanke, dass den Menschen Willensfreiheit gegeben sei, damit sie zwischen Wahnsinn einerseits und Irrsinn andererseits wählen, etwas, dass ich belustigend fand und für möglicherweise durchaus wahr hielt.“*

„Was wir von Aldous Huxley lernen können“ (Dieter Korczak, Soziologe, Weiler im Allgäu)

15.00 Uhr 2. Politisches System
„Die wirklich revolutionäre Revolution lässt sich nicht in der äußeren Welt bewirken, sondern nur in den Seelen und Körpern der Menschen. Es ist also wahrscheinlich, dass alle Regierungen der Welt mehr oder weniger totalitär sein werden.“*

„Achtung Zukunft! Zehn Szenarien“ (Jürgen Wertheimer, Komparatist, Tübingen)

15.45 Uhr Kaffeepause

16.00 Uhr Diskussion

16.45 Uhr „UtopiaUnderConstruction“ – Event-Produktion der Fachhochschule Konstanz

17.30 Uhr Mitgliederversammlung, Gäste sind herzlich willkommen

ca. 19.00 Uhr Ende des 1. Tages

Samstag, 30. September 2000, Kulturzentrum Konstanz, Wolkensteinsaal

09.00 Uhr 3. Arbeitswelt
„Je mehr sich politische und wirtschaftliche Freiheit verringerte, desto mehr strebt, entschädigenderweise, die sexuelle Freiheit danach, sich zu vergrößern.“*

„Die Multi-Optionsgesellschaft“ (Peter Gross, Soziologe, St. Gallen)

09.45 Uhr Diskussion

10.30 Uhr Kaffeepause

10.45 Uhr 4. Recht auf Privatsphäre
„Die größten Triumphe der Propaganda wurden nicht durch ein Tun, sondern durch das Unterlassen eines Tuns vollbracht. Groß ist die Wahrheit, größer aber, vom praktischen Standpunkt, ist das Verschweigen der Wahrheit.“*

BIG BROTHER is watching you – Wer überwacht wen zu welchem Zweck?“ (Jochen Becker, Kritiker, Berlin)

11.30 Uhr Diskussion

12.15 Uhr Ende der Vormittagsveranstaltung

Mittagspause

14.00 Uhr 5. Die virtuelle Welt
„Schönheit ist anziehend und wir wollen nicht, dass die Menschen sich vom Alten angezogen fühlen. Wir wollen, dass ihnen das Neue gefällt.“*

„Lauter Disneyland’s – Die Inszenierung der Architektur“ (Ulf Jonak, Architekt, Universität/GH Siegen)

14.45 Uhr Diskussion

15.30 Uhr Kaffeepause

15.45 Uhr 6. Die Medizin der Zukunft
„Man kann von Gott nur unabhängig sein, so lange man sich der Jugend und des Wohlergehens erfreut. Nun, jetzt haben wir Jugend und Wohlergehen bis zum allerletzten Augenblick. Was folgt daraus?“*

„Forever young – Die Kunst der ewigen Jugend und Lebensverlängerung“ (Marianne Schrader, Ärztin, Lübeck)

16.30 Uhr Diskussion

17.15 Uhr Ende der Nachmittagsveranstaltung

19.00 Uhr Geselliger Abend in Schloss Ahrensburg

Sonntag, 01. Oktober 2000, Kulturzentrum, Wolkensteinsaal

09.30 Uhr 8. Internet-Zeitalter
„Worte können Röntgenstrahlen gleichen, wenn man sie richtig anwendet. Aber wozu in aller Welt ist es gut, von einem Artikel über einen Vereinigungschor oder die neuesten Verbesserungen des Duftorgelbaus durchdrungen zu sein?“*

„Kommunikation und Wissen durch Internet“ (Vincente Romano)

10.15 Uhr Diskussion

10.45 Uhr Kaffeepause

11.15 Uhr 9. Lebenssinn
„Allgemeine Glückseligkeit lässt die Ruder unablässig laufen, Wahrheit und Schönheit bringen dies nicht zuwege.“*

Das schöne, neue Leben beginnt mit der Völkerwanderung“ (Aron Ronald Bodenheimer, Psychoanalytiker, Emeritus Universität Tel Aviv)

12.00 Uhr Diskussion und Resümee der Tagung

ca. 13.00 Uhr Tagungsende

* Alle Zitate entnommen aus: Aldous Huxley, „Schöne neue Welt“, Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1953;
Seiten 7, 12, 13, 169, 159, 14, 165/170, 186, 185, 165


REFERENTEN

Jochen Becker, Kritiker (die tageszeitung, Kunstforum), Berlin; Ausstellungsmacher u. a. von „Baustop.randstadt“.

Aron Ronald Bodenheimer, Prof. Dr. med., Psychoanalytiker in Zürich, Emeritus Universität Tel Aviv; Bücher u. a. „Warum? Von der Obszönität des Fragens“ (1999) und „Verstehen heißt Antworten“ (1992).

Vincente Romano, Prof.

Peter Gross, Prof. Dr. rer. pol., Soziologe, Hochschule St. Gallen (HSG), Leiter des Instituts ür Soziologie; Autor u. a. von „Die Multioptionsgesellschaft“ (1994) und „Ich-Jagd. Im Unabhängigkeitsjahrhundert“ (1999).

Ulf Jonak, Prof. Dipl.-Ing., Architekt, Universität-Gesamthochschule Siegen, Fachbereich 9: Architektur und Städtebau; Arbeitsschwerpunkt: Grundlagen der Gestaltung und Architekturtheorie; Beirat der ISG; Autor u. a. von „Die Frankfurter Skyline. Eine Stadt gerät aus den Fugen und gewinnt an Gestalt“ (1997).

Dieter Korczak, Dr. rer. pol., Soziologe, Leiter des sozialwissenschaftlichen Forschungszentrum für Grundlagen und Programmforschung (GP-Forschungsgruppe) in München und Weiler/ Allgäu; 1. Vorsitzender der ISG; Gutachter des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung, Autor u. a. von „Lebensqualitäts-Atlas. Umwelt, Kultur, Wohlstand, Versorgung, Sicherheit und Gesundheit in Deutschland“ (1995).

Marianne Schrader, Prof. Dr. med., Plastische Chirurgie, Medizinische Universität Lübeck, Vorstandsmitglied des Deutschen Ärztinnenbundes.

Ingelore Welpe, Prof. Dr. rer. nat., Anthropologin, Fachhochschule Kiel, Fachbereich Sozialwesen; Leiterin des Instituts für Frauenforschung; Arbeitsschwerpunkte: Psychologie, Soziale Arbeit mit Frauen; Mitautorin des Familienberichtes des Landes Schleswig-Holstein.

Jürgen Wertheimer, Prof. Dr. phil., Komparatist, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Neuphilologische Fakultät; Vertreter der Komparatistik am Deutschen Seminar; Autor u. a. von „Von Poesie und Politik“ (1994) und „Don Juan und Blaubart. Erotische Serientäter in der Literatur“ (1999).

Vergangene Tagungen (vor 2000)

  • 56. Jahrestagung vom 01.10. – 03.10.1999 in Grevenbroich/Kreis Neuss: Gehirn – Geist – Gefühl
  • 55. Jahrestagung 1998 in Eisenach: Traditionen erhalten – Fortschritt gestalten
  • 54. Jahrestagung 1997 in Bad Pyrmont: Im Spannungsfeld der Motivationen 1947-1997
  • 53. Jahrestagung 1996 in Bad Herrenalb: Zeit – Zeitgeist – Geist
  • 52. Jahrestagung 1995 in Essen: … rund um die Arbeit
  • 51. Jahrestagung 1994 in Weimar: Menschen – Tiere – Pflanzen. Werden Tiere und Pflanzen als Mitgeschöpfe beachtet?
  • 50. Jahrestagung 1993 in Bad Pyrmont: Wer oder was ist der Mensch? Die Wissenschaften und das Menschenbild
  • 49. Jahrestagung 1992 in Lübeck: Leben im Wertewandel unserer Zeit
  • 48. Jahrestagung 1991 in Mannheim: Wissen – Glaube – Aberglaube
  • 47. Jahrestagung 1990 in Bad Herrenalb: Wo bleibe ich? Der Verlust des Subjektes in den großen Gesellschaftssystemen unserer Zeit
  • 46. Jahrestagung 1989 in Bocholt: Wahrnehmung und Wirklichkeit. Im Horizont der Wahrnehmung: Das ICH/ das DU/ die Anderen und die Dinge
  • 44. Jahrestagung 1987 in Bad Pyrmont: Die Würde des Menschen ist unantastbar
  • 43. Jahrestagung 1986 in Pforzheim: Die Selbstherausforderung des Menschen durch seine Technik
  • 41. Jahrestagung 1984: Geht uns die Zeit verloren? Beiträge zum Zeitbewusstsein
  • 40. Jahrestagung 1983 in Bad Pyrmont: Die seelischen Nöte unserer Zeit
  • 38. Jahrestagung 1981 in Osnabrück: Hat die Familie Zukunft?
  • 37.Jahrestagung 1980 in Lüneburg: Erziehung: Inhalte – Wege – Stile
  • 35. Jahrestagung 1978 in Bad Kissingen: Einsamkeit – Leiden oder Chance?
  • 34. Jahrestagung 1977 in Hannover: Der festgestellte Mensch und seine Zukunft
  • 33. Jahrestagung 1976 in Karlsruhe: Kriminalität heute – Ursachen und Bekämpfung
  • 31. Jahrestagung 1974 in Lübeck: An den Rand gedrängt? – Problemgruppen in unserer Gesellschaft
  • 27. Jahrestagung 1970 in Kaiserslautern: Die Unruhe der Jugend: Neue Gruppen – Neue Wege – Neue Ziele
  • 26. Jahrestagung 1969 in Lüneburg: Der Mensch in der Katastrophe: Angst – Panik – Hoffnung
  • 25. Jahrestagung 1968 in Lüneburg: Psychologie des Gegeneinander und Miteinander
  • 24. Jahrestagung 1967 in Regensburg: Der manipulierte Mensch
  • Gründungstagung 1947 in Bad Pyrmont: Die seelische Not des Menschen in unserer Zeit

62. Jahrestagung – Geld und andere Leidenschaften

25.-27. September 2005
Görlitz


Allgemeine Information

Geld ist ein Tauschmedium, das dem menschlichen Bereich vorbehalten ist. Tiere kennen kein Geld. Tiere sind Instinktwesen, sie kennen deshalb auch keine Leidenschaften.
Geld und Leidenschaften gehören eng seit Anbeginn der menschlichen Geschichte zusammen. Es ist unwesentlich, welche dingliche Form Geld im Verlauf der Geschichte angenommen hat. Von Muscheln und über Münzprägungen bis zur heutige Form des
elektronischen Zahlungsverkehrs ist Geld immer ein Tauschwert gewesen, der sich nur durch gegenseitige Überzeugungen materialisiert hat.
Die Sichtweise des Geldes als zentralen Glücksbringer durchdringt heute alle Gesellschaftsschichten und gesellschaftliche Sphären. Geld erfährt eine Wertschätzung ohnegleichen. Es symbolisiert grenzenlosen Reichtum und schafft unendliche Leiden. Überschuldung, Bankrott, seelischer Ruin gehören ebenso zum Geld wie Glamour, Macht und Prestige. Die 62. Jahrestagung hat sich zum Ziel gesetzt, diese Zusammenhänge aufzudecken und zu reflektieren. Es geht letztlich darum, einen entspannten Zugang
zum Geld und zu der mit Besitz verbundenen sozialen Verantwortung zu finden, der glücklich macht und nicht ins Unglück führt.

Sonntag, den 8.10. 2005

10.00 Uhr Stefan Gammel
Wie passt Nanotechnologie in die Gesellschaft?
Das Verhältnis von Nanotechnologie und vorgestellter gesellschaftlicher Struktur gehört zu den zentralen Elementen der Visionen der Nanotechnologie. Wie nachhaltig ist diese Technologie, mit welchen gesellschaftlichen Auswirkungen muss gerechnet werden, welche Chancen und welche Risiken ergeben sich?

11.30 Uhr Prof. Dr. Alfred Nordmann
Wohin geht die Reise? Gesellschaftliche Implikationen der Nanotechnologie
Im Fall der „Nanotechnologie“ wird eine Wissenschafts- und Technikentwicklung von der Wissenschaftsphilosophie in statu nascendi verfolgt – nicht zuletzt deshalb, um Anregungen für deren Gestaltung zu geben. Ein Anzeichen einer „reifen“ Demokratie?

13.00 Uhr Tagungsende


REFERENTEN

Eske Bockelmann hat Klassische Philologie und Germanistik studiert. Zur Zeit lehrt er an der Technischen Universität Chemnitz und
hat 2004 das Buch „Im Takt des Geldes“ veröffentlicht.
Christoph Deutschmann lehrt Soziologie an der Universität Tübingen,hat zahlreiche Veröffentlichungen zu soziologischen Aspekten
des Umganges mit Geld und 2002 den Band „Die gesellschaftliche Macht des Geldes“herausgegeben.

Helmwart Hierdeis lehrt Pädagogik an der Universität Innsbruck, ist Gründungsdekan der Fakultät für Bildungswissenschaften Brixen der Freien Universität Bozen, Psychoanalytiker, Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur Bildungsgeschichte und zu pädagogischen Problemen.

Dieter Korczak ist Soziologe, 1. Vorsitzender der ISG und Leiter der GP Forschungsgruppe in München. Seine Arbeiten zur Überschuldung privater Haushalte sind für den 1. und 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung herangezogen worden.

Monika Kritzmöller hält in St. Gallen Vorlesungen in Marketing unter besonderer Berücksichtigung des Kundenverhaltens und berät
Unternehmen in ihrem Institut für Lebensstilforschung im Allgäu.

Gerd Leidig ist Apotheker und Wissenschaftsjournalist und hat gemeinsam mit Andrea Tichy 2003 den Band „Happy Money“ veröffentlicht.

Frank Müller, promovierter Betriebswirt der Universität St. Gallen, ist Präsident und CEO der Glashütter Uhrenbetrieb GmbH und Mitglied der erweiterten Konzernleitung der Swatch Group AG.

Michael-Burkhard Piorkowsky lehrt an der Universität Bonn Haushalts- und Konsumökonomik und hat für das Bundesfamilienministerium 17 Projekte zur Armutsprävention koordiniert.

Ludwig Poullain ist Bankkaufmann und jetzt Privatier. Er war der erste Vorstandsvorsitzende der WestLB bis 1977 und von 1967 bis 1972 Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. 2004 hat er sich in einer der FAZ veröffentlichten ungehaltenen Rede zur Redlichkeit der Bänker geäußert.

Sigga Speit ist ausgebildete Mediatorin und studiert Psychologie an der Humboldt-Universität Berlin.

Michael Wilken
, Kölner Volkswirt, Medizinsoziologe, Mediator. Er ist Leiter der KIK GmbH, die Coaching- und Training zu den Themen Konflikt, Stressbewältigung und Suchterkrankung durchführt.

„Big Brother is watching you“ – Wer überwacht wen? Freizeitspaß in der Überwachungsgesellschaft

Abstract von Jochen Becker

Big Brother ist okay! So singen die Dauerobservierten ihrem Brötchengeber vor laufender Kamera ein Ständchen. Zuschauen, observieren, kontrollieren gilt als neuer Freizeitspaß. Das Beobachtet werden entwickelt eine zwanghafte Freiwilligkeit heraus, da ansonsten sozialer und ökonomischer Ausschluss von den „Vorzügen der Verbrauchergesellschaft“ (Reg. Whitaker) droht. ProduzentInnen, KonsumentInnen und TeilnehmerInnen gehen hierbei einen neuen Sozialvertrag ein. Doch zugleich formiert sich in Leipzig die erste Anti-Überwachungskamera-Demonstration in der Bundesrepublik.

Wie tief greifen staatliche und zunehmend privatwirtschaftliche Kontrollszenarien in den Alltag bis ins Gefühlleben der Menschen ein? Und wie formatiert sich in kontrollierten Themenpark-Erlebniswelten, im Internet wie auch im Reality TV eine neue Überwachungsgesellschaft? Peter Weir’s Kinosatire „Die Truman Show“ sowie der Action-Film „Staatsfeind Nummer eins“ geben hierzu einen Vorschau.