70. Jahrestagung — Visionen statt Illusionen

Die Anmeldung und allgemeine Informationen finden Sie hier.

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27.9. – 29.9. 2013 in Halle / Saale


„Der einzig wahre Realist ist der Visionär.“

Frederico Fellini (Regisseur, 1920-1993)

„You may say I am a dreamer but I am not the only one.“
John Lennon, (Musiker, 1940-1980)

„Wer eine Vision hat, der soll zum Arzt gehen.“
Helmut Schmidt (Bundeskanzler von 1974-1982)

Die drei Zitate verweisen auf unterschiedliche Sichtweisen zum Thema „Visionen“. Im Gegensatz zu Illusionen (dem Wunschdenken entsprechenden Selbsttäuschungen) sind Visionen realisierbare Vorstellungen in Bezug auf die Zukunft.

Welche Visionen haben wir am Beginn des 21. Jahrhunderts? Wie spiegelt sich in Visionen die globale Realität wieder? Eine Woche nach der Bundestagswahl werden auf der 70. Jahrestagung der Interdisziplinären Studiengesellschaft Visionen zu verschiedenen Lebensbereichen vorgestellt und entwickelt.

Die Tagung konzentriert sich auf wünschens- und lebenswerte Stadtentwicklungen, eine zukunftsfähige Mobilität, eine humane Arbeitswelt, eine bezahlbare Gesundheitsversorgung für alle und besonders auf die digital vernetzte Gesellschaft. Zentral ist hierbei die Frage, ob eine neue Vorstellung von der „Natur des Menschen“ notwendig ist, um Individuen, Gruppen und Gesellschaften in den Stand zu setzen, die Herausforderungen der Zukunft (welche das auch immer sein werden) zu bewältigen. Das sind Themen, zu denen Thomas Morus bereits 1516 im Band „Utopia“ Vorstellungen entwickelt hat – von den Städten, von den Obrigkeiten, vom Verkehr untereinander, von den Reisen –, die nichts von ihrem visionären Potential eingebüßt haben.

Aufbauend auf den vorausgegangenen Tagungen der ISG bietet die 70. Tagung die Chance, visionäre Gedanken zu entwickeln und sie auf ihre Realisierungsmöglichkeiten zu prüfen. Angesichts der Herausforderungen der Zukunft gilt es auch, politische Illusionen zu dekruvieren, so dass das Tagungsmotto „Visionen statt Illusionen“ konkrete Gestalt annimmt.

 

Freitag, 27. September 2013

13:00 | Registrierung der Teilnehmer 

14:00 | Eröffnung der Tagung und Grußworte
Dieter Korczak, Vorsitzender der ISG und Gunnar Berg, Prof. Dr. rer.nat.habil Dr.-Ing, Vizepräsident der Leopoldina (Nationale Akademie der Wissenschaften)

14:30 | Die klassische Utopietradition und die  Herausforderung des Transhumanismus
Prof Dr. Richard Saage, Politikwissenschaftler, Universität Halle-Wittenberg
Richard Saage war von 1992 bis 2006 Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte am Institut für Politikwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er hat die moderne Utopiediskussion in Deutschland wesentlich mit seiner 1991 veröffentlichten Studie über die Politischen Utopien der Neuzeit geprägt.

16:00 | Kaffeepause

16:15 | Die Zukunft der Stadt – Die Stadt der Zukunft
Prof. Dr. Talja Blokland, Humboldt-Universität Berlin
Talja Blokland ist eine niederländisch-deutsche Soziologin und Stadtforscherin. Innerhalb der Stadtforschung liegt ihr Fokus auf städtischer Ungleichheit und Marginalisierungsprozessen. Ebenso forscht sie zu Nachbarschaftswandel und -zusammenhalt sowie zu den Auswirkungen dieser Prozesse auf das Sicherheitsempfinden von Stadtbewohnern.

17:45 | Ende des ersten Tages

18:00 | Mitgliederversammlung der ISG

 

Samstag, 28. September 2013

9:15 | Der Neue Mensch – Notwendigkeit oder Obsession?
Prof. Dr. Helmwart Hierdeis, Erziehungswissenschaftler und Psychoanalytiker
Helmwart Hierdeis geht in seinen Überlegungen davon aus, dass der „neue Mensch“ wohl beides sein wird: „triebgesteuerter“ Egoist und potenzieller „Mörder“ und im Rahmen seiner jeweiligen Kultur auf einem schmalen Grat des Sozialverträglichen ständig Optimierungsvorstellungen hinsichtlich seiner selbst und seiner Umwelt entwickelt.

11:00 | Kaffeepause

11:15 | Kosten des Verkehrs für die Gesellschaft – Sind sie gerecht?
Thilo Becker, Graduiertenkolleg, Technische Universität Dresden
Thilo Becker ist seit 2009 Doktorand am Lehrstuhl für Verkehrsökologie der Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“ an der TU Dresden. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit den Lärmimmissionen, Luftschadstoffen und Klimawirkungen des Verkehrs. Er hat eigene Ansätze zur Monetarisierung dieser externen Effekte entwickelt und untersucht nachhaltige Verkehrskonzepte.

12:45 | Mittagspause

14:00 | Die Netzwerkgesellschaft – reale Virtualität, Potentiale und Risiken
Julia Schramm, Doktorandin im Fach Politologie an der Humboldt Universität Berlin
Julia Schramm hat 2012 das Buch „Klick mich. Bekenntnisse einer Internetexhibitionistin“ veröffentlicht. In ihrem Vortrag wird sie auf die Verwerfung der Gesellschaft eingehen, die durch die Verbreitung und Nutzung der digitalen Medien entstanden ist.
Es geht um die Überlagerung von Realität und Virtualität, die permanente Vernetzung, den angemessenen Umgang mit den Herausforderungen und Chancen der digital vernetzten Gesellschaft.

15:30 | Kaffeepause

16.00 |  Laser cutter trifft Ernst Bloch: Open Design als konkrete Utopie
Christoph Schneider, Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, Karlsruhe
Christoph Schneider promoviert über „Konkrete Utopien einer offenen Technologie“. Er wird darstellen, wie sich in Projekten des Open Designs ein utopisches Moment realisiert. Diese Projekte experimentieren mit der kollaborativen und offenen Gestaltung und Nutzung materieller Dinge mittels des Internet. Was bedeutet es, Open Design als konkrete Utopie zu verstehen? Wieso macht es Sinn, Bloch, den Philosophen der Utopie und die Möglichkeiten des Internet in Kontakt zu bringen?

17:30 | Ende der zweiten Session

19:00 | Gesellschaftsabend der ISG

 

Sonntag, 29. September 2013

10:00 | Quo vadis Gesundheitswesen, Gesundheitswirtschaft und Medizin?
Dr. Dieter Korczak, Soziologe, München,
Prof. Dr. Jörg Baltzer, Mediziner, Krefeld
Dieter Korczak, Dr. rer.pol., Soziologe, leitet ein sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut in München. Seit vielen Jahren befasst er sich mit medizinsoziologischen und gesundheitspolitischen Themen, vor allem auch mit Trends im Gesundheitswesen und hat dazu zahlreiche Gutachten und Veröffentlichungen vorgelegt.
Jörg Baltzer, Prof. Dr. med., stellvertretender Vorsitzender der ISG, ist Gynäkologe und leitete 17 Jahre die Frauenklinik im Klinikum Krefeld. Mit rund 500 wissenschaftlichen Publikationen und sechs Fachbüchern gehört er zu den weltweit anerkannten Experten der Geburtshilfe und Frauenheilkunde.

11:00 | Offene Abschlussdiskussion

13:00 | Tagungsende

Die Anmeldung und allgemeine Informationen finden Sie hier.